Text-Bild-Ansicht Band 253

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Ueber Neuerungen an Schiffskesseln.

Patentklasse 13. Mit Abbildungen im Texte und auf Tafel 11 und 17.

Die vorliegenden neueren Constructionen von Schiffskesseln, welche im Folgenden zusammengestellt sind, rühren, abgesehen von einigen französischen, belgischen und russischen Kesseln, sämmtlich von englischen Schiffsbauern her. Die meisten sind für kleinere Dampfboote bestimmt. Fast alle zeigen eine cylindrische Grundform mit 1, 2 oder 3 Flammrohren und rückkehrenden engen Heizröhren. Die alten eckigen Kastenformen scheinen ganz verlassen zu sein. Für die Angaben der Hauptmaſse u.s.w. sind zur Abkürzung folgende Bezeichnungen gewählt: D äuſserer Durchmesser des Kessels, L äuſsere Länge desselben (ohne Rauchkammer), d innerer Durchmesser der Flammrohre, R Rostfläche, H Heizfläche, S Betriebsspannung in k für 1qc, P Anzahl der Pferdestärken, für welche der Kessel bestimmt ist.

Eine jetzt vielfach für kleinere Kessel gebräuchliche Form zeigt der in Fig. 1 und 2 Taf. 11 nach Engineering, 1883 Bd. 35 S. 247 dargestellte, für einen Dampfbagger bestimmte Kessel von Hawks, Crawshay und Comp. in Gateshead-on-Tyne. Bei demselben ist: D = 3m,58, L = 3m,2, d=1m,02, R = 3qm,7, H = 107qm, H : R = 29, S = 5,6 k/qc und P = 300e. An jedes der beiden Flammrohre schlieſst sich hinten eine nach oben sich seitwärts erweiternde Feuerkammer, deren vordere, hintere und innere Seitenwand eben sind, während die äuſsere Seitenwand concentrisch zum Kessel ist. Der Boden wird von der Verlängerung des Flammrohres, die Decke von der oben in einem Viertelkreise umgebogenen, aus einer Platte bestehenden Rückwand gebildet. 158 Heizröhren von 89mm äuſserem Durchmesser verbinden die Feuerkammern mit dem Rauchfange. Zur Verankerung des Kessels dienen zunächst die Heizröhren, indem in lothrechter und wagerechter Richtung jede dritte Röhre 9mm,5 Wandstärke hat, beiderseits in die Rohrplatten eingeschraubt und vorn noch mit einer Sicherungsmutter versehen ist. Die übrigen Röhren haben nur 4mm,2 Wanddicke und sind beiderseits eingerollt. Ferner gehen durch den Dampfraum zwei Reihen Ankerbolzen von 53mm Durchmesser, deren äuſsere Muttern sich gegen aufgenietete Scheiben legen. Drei gleiche Bolzen sind zwischen den Flammrohren und den Heizröhren durchgezogen. Endlich sind die Hinter- und Seitenwände der Feuerkammern mit den Kesselwänden bezieh. mit einander durch eingeschraubte Stehbolzen verbunden. Der Dom bildet einen liegenden Cylinder, welcher mit einem kurzen engen Stutzen auf den Kessel aufgenietet ist. Da die beiden Böden desselben gewölbt sind, dürfte der centrale Ankerbolzen kaum nöthig sein. An allen Kanten ist die Verbindung durch Umbördelung hergestellt, Winkeleisen überall vermieden. Die Deckel der Mannlöcher und Reinigungsöffnungen sind von Schmiedeisen. Die