Text-Bild-Ansicht Band 253

Bild:
<< vorherige Seite

6 Volt gebracht werden; doch ist dies wegen des hohen Preises dieser Lösungen und der Schwierigkeiten in der Anwendung minder vortheilhaft. Natrium und Kupfer geben 3 Volt.

Weil das Natrium gierig das Wasser zersetzt, muſs das Element, während es nicht benutzt wird, in einem Naphthabade aufbewahrt oder mindestens luftdicht verschlossen werden. Doch behauptet Jablochkoff, die Verluste durch Verbrennen des Natriums während der Ruhe seien geringfügig. Zu dem hohen Preise des Natriums kommt die Gefahr von Explosionen in unerfahrenen Händen. Jablochkoff hat sich auch ein neues Verfahren zur Herstellung des Natriums patentiren lassen.

Verwendbarkeit des Holzes der Krummholzkiefer für Flechtarbeiten.

In den Mittheilungen des Technologischen Gewerbemuseums, Section für Holzindustrie, 1884 S. 74 empfiehlt A. W. Kubelka als Ersatz auſsereuropäischer Korbflechtmaterialien das Holz der Legföhre (Krummholzkiefer), welches in groſsen Mengen zu haben ist und von dem sich leicht sehr biegsame, zähe Späne abtrennen lassen. Zu diesem Vorschlage wird bemerkt, daſs auch Späne von der gemeinen Kiefer in Galizien seit langer Zeit zum Flechten von Verpackungskörben benutzt und ebenso dort und im Böhmerwalde aus den Wurzeln der Kiefer verschiedene Flechtarbeiten (Möbel und Körbchen) hergestellt werden.

Hektographenmasse.

Die vom französischen Ministerium für öffentliche Arbeiten verwendete sogen. Hektographenmasse, welche nach der Papierzeitung, 1884 S. 974 vorzügliche Resultate liefern soll, wird aus 100g gewöhnlichem Leim, 500g Glycerin, 25g feinem Bariumsulfat oder Kaolin und 375g Wasser hergestellt. Als Copirdinte wird eine concentrirte Lösung von Anilinviolett (Pariserviolett) empfohlen. Um die alte Schrift von der Masse ohne groſsen Substanzverlust zu entfernen, setzt man dem Wasser etwas Salzsäure zu und wäscht mit kaltem Wasser nach, um auch die letzte Spur der Säure wieder zu entfernen. Das Besondere an dieser letzteren Vorschrift – der Kaolinzusatz – soll wesentlich zur Erhöhung der Dauer der Masse beitragen. (Vgl. Wartha und Kwaysser 1879 232 81 bez. 233 88.)

Kieselsäure als Düngemittel.

Nach Versuchen von C. Kreuzhage und E. Wolff (Landwirthschaftliche Versuchsstationen, 1884 Bd. 30 S. 161) über die Bedeutung der Kieselsäure für die Entwickelung der Haferpflanze wird unter sonst geeigneten Verhältnissen bei den Halmfrüchten durch die Aufnahme von Kieselsäure oft eine bessere Ausnutzung der übrigen oder eigentlichen Nährstoffe bewirkt; namentlich ist aber eine vollkommene Ausbildung der Körner und somit der ganzen Pflanze mehr gesichert, als wenn eine solche Aufnahme in ausreichendem Maſse nicht stattfinden kann. Andererseits ergaben frühere in Hohenheim ausgeführte Versuche, daſs die einseitige Steigerung des Gehaltes der Nährstofflösung an Phosphorsäure ebenfalls günstig wirkt für Quantität und Qualität der erzeugten Körner, namentlich dann, wenn die Vegetation eine verhältniſsmäſsig üppige ist.

Diese Thatsachen dürfen aber nicht ohne weiteres und direkt auf die landwirthschaftliche Praxis, wie dieselbe unter normalen Verhältnissen sich gestaltet, übertragen und daraus vielleicht gefolgert werden, daſs die Kieselsäure im Dünger gleichsam die Phosphorsäure ersetzen kann und daſs auch die erstere unter allen oder doch vorherrschend vorhandenen Umständen günstig wirken muſs für die Körnerbildung der Halmfrüchte. Dies kann höchstens bei einem stark humosen oder überhaupt an Stickstoffnahrung übermäſsig reichen Boden der Fall sein und auch dann ist die Nothwendigkeit einer gleichzeitigen reichlichen Zufuhr von Phosphorsäure nicht vermindert, auſserdem aber noch völlig unbekannt, in welcher Form oder Verbindung etwa die Kieselsäure in praktisch lohnender Weise dem Acker zugeführt werden könnte. Als völlig verfehlt ist der Versuch zu bezeichnen: sogen. Kieselsäurepoudrette in den Handel zu bringen.