Text-Bild-Ansicht Band 253

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dieses Verfahrens auf den Salzsäureverbrauch wird eine sehr beträchtliche sein, da zur Verarbeitung von 1000k Schlacken 1000 bis 1500k Salzsäure erforderlich sind. (Vgl. Rocour S. 135 d. Bd.)

Eisensaures und mangansaures Kalium im Hochofen. B. Platz (Stahl und Eisen, 1884 S. 262) fand beim Auskratzen eines niedergeblasenen Ofens der Niederrheinischen Hütte zu Duisburg-Hochfeld vom Kohlensacke abwärts in der Rast und im Gestelle starke Ansätze, welche bis zu 0m,6 Mächtigkeit erreichten und aus dichten, derben Schlackenmassen von grauer bis schwarzer Farbe bestanden.

In Wasser gelegt, entstand eine tiefrothe Lösung von eisensaurem Kalium. Bei näherer Besichtigung der ausgebrochenen Schlackenansätze fand sich, daſs in den reichlich vorhandenen Poren und Blasenräumen derselben kleine, mit unbewaffnetem Auge erkennbare schwärzliche Krystallnadeln saſsen, welche sich mit dem Finger zu einer tiefrothen Schmiere verreiben lieſsen; ferner fand sich, daſs die Schlacken stark durchsetzt waren mit kohlensaurem Kalium, welches dieselben an vielen Stellen als weiſsliche Kruste bedeckte. Auſserdem enthielten die Schlackenstücke bläulich grüne Salzkrusten von mangansaurem Kalium.

Platz ist der Ansicht, daſs die Schlackenansätze von der sich bewegenden Schmelzsäule und den reducirenden Gasen durch einen dichten Kokesmantel abgeschlossen waren und daſs sich in Folge dessen secundäre Prozesse entwickeln konnten, welche den normalen Vorgängen im Hochofen ganz entgegengesetzt sind. Geschützt vor den Gasen, welche die schwer schmelzbaren, wenn vielleicht auch im Zustande der Erweichung gewesenen Schlackenansätze nicht zu durchdringen vermochten, konnte durch die Einwirkung des in den Ansätzen befindlichen Eisenoxydes auf das reichlich vorhandene kohlensaure Kali die höchste Oxydationsstufe des Eisens entstehen.

Zwei Proben dieser ursprünglich eisensaures Kalium enthaltenden Ansätze hatten folgende Zusammensetzung:

Fe2O3 13,72 7,83
FeO 24,75 12,77
MnO 0,46 0,92
SiO2 11,98 6,64
Al2O3 6,72 3,10,
CaO 33,02 59,62
MgO 1,27 141
SCa 1,35 1,37
––––– –––––
93,27 93,66.

Rest: Alkalien, meist in kohlen- und schwefelsaurer Verbindung.

Da die Proben trotz des niedrigen Kieselsäuregehaltes das charakteristische Aussehen von im Flusse gewesenen Schlacken zeigten, so mögen darin Eisenoxyd und Thonerde die Rolle von Säuren übernommen haben. Zu bemerken ist noch, daſs sich in den Ofen-Ausbrüchen gut ausgebildete, wasserhelle Krystalle von wasserfreiem, schwefelsaurem Kalium (Glaserit) eingeschlossen vorfanden.

Zur Verwerthung der Weiſsblechabfälle; von Ed. Donath in Leoben.

Trotz der vielen zur Verwerthung der Weiſsblechabfälle gemachten Vorschläge bleibt dennoch der gröſste Theil der in kleineren Metallwaarenfabriken