Text-Bild-Ansicht Band 253

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21. Versuch. Die gleiche Küpe wurde in dem bei Versuch 11 beschriebenen Apparate Fig. 8 während 2 Stunden unter starkem Erwärmen der Einwirkung des Stromes unterworfen, wobei sich auf den beiden Platinblechen, sowie in den beiden Flüssigkeiten dieselben Erscheinungen wie beim vorigen Versuche zeigten. Nach dem Durchleiten des Stromes färbte sich Baumwollzeug nur noch leise bläulich, aber ohne graulichen Stich, während bei Anwendung der nicht elektrolysirten Küpe lebhaft dunkelblaue Färbungen entstanden.

[Kleinere Mittheilungen.]

Maschine zum Glätten kupferner Trockencylinder.

Zum Durchrichten und Glätten der aus Kupferblech gebogenen Cylinder für Trockenmaschinen ist von J. H. Riley in Bury (vgl. Textile Manufacturer, 1884 * S. 277) eine Einrichtung angegeben, welche die Arbeit von 6 Kupferschmieden ersetzen soll. Das Durchrichten geschieht in der Regel durch die Hand des Arbeiters mit einem Holzhammer und erfordert groſse Geschicklichkeit, weshalb sich nur wenige Fabrikanten von Trockenmaschinen mit Anfertigung der Cylinder befassen, vielmehr dieselben meistens fertig beziehen. Bei der vorliegenden Maschine erfolgt das Glätten auf einer durch den Cylinder gesteckten Welle durch eine mit entsprechendem Drucke der Länge nach über den Cylinder hin und her geführte Rolle, wobei nach jedem Gange der Cylinder eine geringe Schaltung erfährt. Die Rolle wird von einem Supporte getragen, welcher durch eine von einem Riemenwendegetriebe in Umdrehung versetzte Schraube auf einer Prismenführung hin und her bewegt wird. Die nöthige Belastung der Rolle wird durch einen mit Gewicht beschwerten Hebel erzielt. Kommt die Rolle in die Nähe der Cylinderenden, so wird der Gewichtshebel durch Auflaufen auf stellbare Curvenstücke etwas gehoben, damit die Ränder des Cylinders, welche auf die Böden gepreist werden müssen, nicht schon durch das Glätten erweitert werden. Die Schaltung der Cylinder erfolgt durch zwei zur Seite der Richtwelle liegende Achsen mit Scheiben, auf welchen die Cylinder mit den Innenwandungen aufliegen. Die Richtwelle kann zum schnellen Aufstecken der Cylinder aus dem Maschinengestelle herausgenommen werden und ist zu diesem Zwecke die Gestellwand auf der einen Seite zweitheilig angeordnet.

Spencer und Bagshawe's Panzerplatte.

Um Panzerplatten widerstandsfähiger gegen Geschosse zu machen, werden nach dem Vorschlage von J. W. Spencer in Newburn-Steel-Works bei Newcastle und W. Bagshawe in Newcastle (* D. R. P. Kl. 65 Nr. 27436 vom 14. Oktober 1883) die Innenkörper der Platten der Schiffsform entsprechend gegossen und die Auſsenseite mit Hartguſsstücken oder Buckeln besetzt; letztere sollen die Kraft des Geschosses vermindern und die Ausdehnung der sonst stets auftretenden sternförmigen Risse verhindern. Die Panzerplatte wird beim Gusse mit den zur Aufnahme der Hartguſsstücke geeigneten Vertiefungen versehen, in welche nach der Kühlung und Abnahme von der Form die Hartguſsstücke oder Buckel eingepaſst werden. Die Fugen werden dann mit einer geeigneten Mischung von Guſseisen ausgegossen, welches theilweise durch die darunter befindliche Stahlplatte, theilweise durch die aufgelegten Hartguſsstücke gehärtet wird. Wenn die Stärke der Panzerplatten nicht so bedeutend ist, daſs die Hitze des geschmolzenen Stahles die damit in Berührung kommenden kalten Hartguſsstücke schmelzen würde, so kann man beim Gusse der Stahlplatten die Hartguſsstücke von vorn herein in die. Form einsetzen. Der geschmolzene Stahl wird dann in die Form gegossen und die Hartguſsstücke betten sich gleich beim Gusse in die Oberfläche der Platte ein; diese wird dann herausgenommen und auf gewöhnliche Weise in den Kühlofen gebracht. (Vgl. Krupp 1884 252 43.)

Galvanische Batterien für elektrische Beleuchtung.

In der Society of Arts hat am 28. Mai d. J. Isaac Probert einen Vortrag über die Benutzung galvanischer Batterien zur elektrischen Beleuchtung gehalten, über welchen Iron, 1884 Bd. 23 S. 541 eingehend berichtet. Nach einer längeren geschichtlichen Besprechung der früheren Versuche, elektrisches Licht