Text-Bild-Ansicht Band 253

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Neue Anordnung der Edison-Glühlampen.

Textabbildung Bd. 253, S. 254

Bei der Internationalen Gesundheits-Ausstellung in London 1884 sind zur Beleuchtung mehrerer Räume Edison'sche Glühlampen von beistehend veranschaulichter Form angewendet worden. Bei derselben sind 5 einzelne Glühlampen strahlenförmig auf den 5 Flächen eines Holzwürfels angebracht, an dessen nach oben gelegener sechster Fläche sich das die Zuleitungen des Stromes enthaltende und das Ganze tragende Seil anheftet.

Bestimmung von Atomgewichten.

Nach C. Marignac (Zeitschrift für analytische Chemie, 1884 S. 118) ist das Atomgewicht von Wismuth 208,16, von Mangan 55,07, von Zink 65,33 und von Magnesium 24,37, wenn Sauerstoff = 16.

Ueber die Dichte der normalen Schwefelsäure.

D. Mendelejew berichtet in den Protokollen der russischen physikalisch-chemischen Gesellschaft, 1884 S. 455 über von W. Pawlow ausgeführte Versuche, um die Dichte der normalen Schwefelsäure, H2SO4, zu bestimmen. Als Mittelwerth ergab sich bei 19,02° die Zahl 1,83295, somit bei 15° berechnet auf Wasser von 4° die Zahl 1,8371. Dieses Eigengewicht steigt sowohl durch Ueberschuſs von Wasser, als auch von Schwefelsäureanhydrid. Schon bei schwacher Erwärmung entweicht Anhydrid. Mendelejew hält daher das sogen. Hydrat H2SO4 für eine bestimmte chemische Verbindung.

Ueber die Einwirkung von Hydroxylaminsalzen auf Pflanzen.

V. Meyer und E. Schulze werfen in den Berichten der deutschen chemischen Gesellschaft, 1884 S. 1554 die Frage auf, ob vielleicht das Hydroxylamin, dessen Zusammensetzung ja in der Mitte zwischen der der beiden Nährsubstanzen Ammoniak und Salpetersäure steht, bei der Assimilation des Stickstoffes durch die Pflanzen eine Rolle spiele. Man könnte sich denken, daſs im pflanzlichen Stoffwechsel die Salpetersäure durch Reduction, das Ammoniak durch Oxydation in Hydroxylamin übergeht und daſs dieses sich mit Aldehyd oder Keton artigen Körpern vereinigt. Entsprechende Versuche ergaben zwar, daſs Hydroxylaminsalze Gifte für Pflanzen und Thiere sind; es ist jedoch möglich, daſs das Hydroxylamin in gewissen Theilen der Pflanze bei der Bildung Stickstoff haltiger organischer Stoffe auf Kosten des Stickstoffes von Nitraten und Ammoniaksalzen nur als Uebergangsproduct auftritt, etwa wie Peptone im Thierkörper.

Dagegen ist M. Ballo (daselbst S. 6) der Ansicht, daſs der Pflanze die Stickstoffnahrung in der Form von Salpetersäure geboten werden muſs. Die den Pflanzen gelieferte freie Kohlensäure, H2CO3 und die des Calciumbicarbonates wird leicht zu Ameisensäure reducirt, welche von Salpetersäure in Oxalsäure übergeführt wird.

Zur Kenntniſs des Coniins.

A. W. Hofmann (Berichte der deutschen chemischen Gesellschaft, 1884 S. 825) hat trockenes salzsaures Coniin mit Zinkstaub destillirt. Gegen Erwarten bildete sich eine bei 166 bis 168° siedende Base, Conyrin genannt, nach der Formel C8H17N = C8H11N + 3H2. Das Verhalten gegen Jodmethyl zeigt, daſs das Conyrin eine Pyridinbase ist. Durch Jodwasserstoff wird dasselbe wieder in Coniin übergeführt.

Durch die Ueberführung einer unzweifelhaften Pyridinbase in Coniin ist