Text-Bild-Ansicht Band 253

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Lufbery's Maschine zum Herstellen von Kautschukschläuchen.

Mit Abbildungen.

In den meisten Kautschukwaarenfabriken wird noch ein groſser Theil der Rohre mittels Handarbeit hergestellt, namentlich dann, wenn der Durchmesser gröſser ist als 15mm. Ob nun die Rohre ganz oder theilweise aus Kautschuk bestehen, ob sie eine oder mehrere Leinwandeinlagen in der Wandung haben, oder nur mit Leinwand auſsen umhüllt sind, oder eine Metallspirale innen oder in die Wandung eingelegt enthalten, immer bedient man sich einer Seele, eines Unterstützungskernes, d. i. eines Eisenrohres von der Länge des zu erzeugenden Kautschukrohres. Der Kautschuk wird dabei in Streifen angewendet, deren frisch geschnittene Ränder durch Druck wieder vereinigt werden; die Leinwand wird dann unter Pressung in schraubenförmigen Windungen herumgewickelt.

Seit ungefähr 12 Jahren hat man aber nun versucht, auch diese Schläuche auf Maschinen herzustellen. Bei einer Art dieser Maschinen benutzt man eine Eisenschraube, entweder mit kegel- oder walzenförmigem Grundkörper, welche auf das vordere Ende einer Welle aufgekeilt ist und sich in einem cylinderischen Gehäuse dreht. Das Ende des Gehäuses, durch welches die Welle geführt ist, wird geschlossen, während das andere mit einem Mundstücke ausgerüstet ist, dessen Bohrung dem äuſseren Durchmesser des herzustellenden Rohres gleichkommt. Zwischen der arbeitenden Schraube und dem Mundstücke ist nun, wie bei den Thonrohrpressen u. dgl., ein Querstück mit einem Dorne befestigt, welcher den inneren Durchmesser des Rohres bestimmt.

Beim Drehen der Schraube in entsprechendem Sinne zieht dieselbe die Kautschukschnitzel ein und preſst dieselben durch das Mundstück in Form eines Schlauches aus. Dieses Verfahren läſst sich verwenden bis zu einem Rohrdurchmesser von höchstens 15mm; denn diese kleinen, verhältniſsmäſsig dickwandigen Schläuche besitzen schon Festigkeit genug in sich, um auf eine groſse Trommel oder auf einen sich drehenden Tisch aufgestapelt zu werden. Gröſsere Rohre dagegen platten sich bei ihrer Dünnwandigkeit sofort nach dem Verlassen des Mundstückes ab, da sie noch im teigigen Zustande sich befinden. Um dies zu verhindern, muſs man das Rohr von innen bis nach erfolgtem Vulkanisiren unterstützen. Zu diesem Zwecke hat man die Welle und die Schraube hohl gemacht und durch diese Höhlung den Unterstützungskern eingeführt. Um nun diese Hohlwellen und die Schrauben zu umgehen kamen endlich biegsame Seelen (Seile) für die Schläuche zur Anwendung, welche von der Seite her in das Gehäuse eingeführt wurden.

G. A. Lufbery in Chauny brachte als erste Verbesserung an diesen Maschinen eine besondere Heizung zum Erweichen des Rohstoffes an,