Text-Bild-Ansicht Band 253

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[Kleinere Mittheilungen.]

Traylor's Zapfenlager aus Glimmer.

Nach dem Verfahren von Rob. Wash. Traylor in Richmond, Nordamerika (* D. R. P. Kl. 47 Nr. 27960 vom 3. Januar 1884) werden Zapfenlager aus Glimmer in der Weise hergestellt, daſs die Glimmerscheiben in einer Klammer fest zusammengepreſst und so mit irgend einem Metalle umgössen werden, worauf dann die Laufstelle eingehobelt oder eingefräst wird. Die Zapfen o. dgl. laufen also auf den hochkantig gestellten Glimmerplatten, welche Lagerung für manche Zwecke ganz geeignet sein mag. – Merkwürdigerweise verspricht sich der Erfinder von der geringeren Wärmeleitungsfähigkeit des Lagers eine Verminderung der Gefahr des Warmlaufens, während gerade das Umgekehrte der Fall ist.

Herstellung von Holzstoff aus Sägespänen.

Um aus Sägespänen Holzstoff herzustellen, werden dieselben nach dem von Aug. Ferd. Roth in Regenstein (* D. R. P. Kl. 55 Nr. 26718 vom 5. October 1883) angegebenen Verfahren von einem in einer Steinmulde sich drehenden Schleifsteine zerfasert. Der auf der einen Seite ausgeworfene Stoff wird auf der anderen Seite immer wieder zurückgeleitet, bis derselbe die gewünschte Feinheit erlangt hat. Der Schleifstein ist wie eine Holländerwalze genau einzustellen; die ganze Einrichtung gleicht überhaupt ganz dem alten Steinholländer.

Neuerungen an Apparaten zum Anschleifen der Spitzen von Kratzenbeschlagen.

Um die Spitzen der einzelnen Drahthäkchen von Kratzenbeschlägen seitlich anzuschleifen, benutzt W. Decker in Mittweida (vgl. 1883 248 * 316) neben einander gesteckte Scheiben mit zugeschärften Rändern; neuerdings wendet derselbe (* D. R. P. 2. Zusatz Kl. 76 Nr. 21894 vom 20. Juni 1882) zu gleichem Zwecke Schleifplatten an, welche scharfe Spurrinnen erhalten, so daſs in ähnlicher Weise Schneiden entstehen, zwischen welche die Drahtzähne beim Schleifen treten können.

Diedr. Uhlhorn in Grevenbroich (* D. R. P. Kl. 67 Nr. 26 979 vom 15. März 1883, Zusatz zu Nr. 14509) ordnet die Schneiden der Decker'schen Schärfscheiben in Schraubenlinien verlaufend auf einen Cylinder an, oder steckt die Scheiben mit zugeschärftem Rande schief auf die durchgehende Welle; dabei werden die Schneiden unterbrochen und so pyramidale Spitzen erhalten. Durch die schraubenförmig vertheilte Anordnung dieser pyramidalen Spitzen soll das Anschleifen der Zahnspitzen über den ganzen Beschlag hin in gleichmäſsiger Weise geschehen.

Bréguet's Bogenlichtlampe.

In den elektrischen Lampen für Bogenlicht, von denen die Firma Maison Bréguet in Paris während der vorjährigen Wiener Ausstellung 13 Stück in der Rotunde in Betrieb hatte, theilt sich der Strom nach Engineering, 1883 Bd. 36 * S. 377 in zwei Zweige, von denen der erste die Kohlenstäbe und dann einen Elektromagnet E1 durchläuft, mit dessen Anker A1 der untere Kohlenträger verbunden ist; der zweite Zweig durchläuft einen Elektromagnet E2, dessen Anker A2, wenn letzterer angezogen wird, einen Aufhalter vor den Spitzen eines kleinen Sternrades wegzieht und dadurch dem oberen Kohlenträger gestattet, sich zu senken, wobei dieser durch Zahnstange und einige Räderpaare das Sternrad mit in Umdrehung versetzen muſs. Der Anker A2 wird natürlich angezogen, wenn durch Vergröſserung des Lichtbogens und seines Widerstandes der zweite Stromzweig gröſsere Stärke erreicht, und die obere Kohle senkt sich dann, bis der Lichtbogen wieder auf seinen normalen Widerstand gebracht ist. Anfänglich berühren sich die beiden Kohlen; durch die Stromzuführung zieht dann der Elektromagnet E1 mit seinem Anker A1 auch die untere Kohle nach unten und laſst so den Lichtbogen entstehen. Hört aber schlieſslich der Strom auf, so geht A1 empor und wirkt dabei zugleich mittels eines zweiarmigen Hebels und einer Zugstange auf den Ankerhebel des höher liegenden