Text-Bild-Ansicht Band 253

Bild:
<< vorherige Seite

Elektromagnetes E2, nähert dessen Anker den Kernen und hebt dadurch ebenfalls den Aufhalter aus den Spitzen des schon erwähnten Sternrades aus und zwar bleibend, weshalb jetzt – beim Auslöschen der Lampe – die obere Kohle bis zur Berührung mit der unteren herabsinkt und nun die Lampe für die nächste Entzündung in Bereitschaft ist.

R. Thompson's Regulirung der Lichtstärke von Glühlampen.

Die von einer Glühlampe ausgesendete Lichtmenge vermehrt oder vermindert R. H. Smith Thompson in Lexington, Fayette County, Nordamerika (* D. R. P. Kl. 21 Nr. 26834 vom 26. Juni 1883), ohne Aenderung der Farben des Lichtes oder der Stärke des Glühens, bei Anwendung von U-förmigen Brennern von überall gleichem oder ziemlich gleichem Widerstände dadurch, daſs er durch Verschieben der Stromzuleiter auf den Schenkeln des Brenners die vom Strome durchflossene Länge des Brenners vergröſsert oder verkleinert. Die Verschiebung vermittelt eine kleine magneto-elektrische Maschine (mit Siemens'schem Anker), die im unteren Zapfen der Lampenglocke untergebracht ist und welcher der Strom durch Vermittelung eines im Lampenfuſse angebrachten Umschalters zugeführt wird. Dieser Umschalter kann in verschiedene Lagen gebracht werden. Besitzt die Lampe die gewünschte Lichtstärke, so bringt man den Umschalter in die erste Stellung, bei welcher er den der Lampe zugeführten Strom unverzweigt durch den Brenner führt. Besitzt die Lampe nicht die gewünschte Lichtstärke, so bringt man den Umschalter in die zweite oder dritte Stellung, je nachdem man die Lichtstärke vergröſsern oder verkleinern will; in diesen beiden Stellungen sendet der Umschalter einen Zweig des Stromes durch den Anker der magneto-elektrischen Maschine, jedoch in verschiedener Richtung, so daſs der Anker in dem einen Falle links herum, in dem anderen Falle rechts herum läuft und mittels eines Räderpaares die Stromzuleiter auf dem Brenner nach unten oder nach oben verschiebt und so ein längeres oder kürzeres Stück des Brenners zum Glühen bringt.

Natürlich lieſse sich der Magnet der magneto-elektrischen Maschine auch durch einen Elektromagnet ersetzen, anstatt dieser Maschine auch wohl ein Solenoid oder ein Elektromagnet benutzen, unter Umständen auch durch bloſs mechanische Mittel die Verschiebung der Zuleiter bewirken.

Ueber die Bestimmung des Kohlensäuregehaltes der Luft.

Nach M. Ballo (Berichte der deutschen chemischen Gesellschaft, 1884 S. 1097) ist bei der sogen, minimetrischen Kohlensäure-Bestimmung der Luft derselbe Grad der Trübung bei verschiedenen Versuchen nur sehr schwer zu erreichen (vgl. Lunge 1879 231 331). Geringere Mengen Kohlensäure werden von Kalkwasser, ohne eine deutlich sichtbare Trübung hervorzubringen, absorbirt. Es kommt hierbei nicht allein auf die Schärfe des Gesichtes an, als auch auf die Form des Absorptionsgefäſses und auf die Schnelligkeit, mit welcher die Luft hindurchgepreſst wird, und bei so verdünnter Kohlensäure, wie die in Frage stehende, können durch zu rasches Hindurchpressen bedeutende Kohlensäuremengen in Verlust gerathen.

Schüttelt man in einer Halbliterflasche die zu untersuchende Luft mit einer gewissen Menge des mit Phenolphtaleïn roth gefärbten Kalkwassers, unter erneuertem Zusatz desselben, bis keine Entfärbung mehr erfolgt, so läſst sich auf diese Art die Kohlensäure mit annähernder Genauigkeit bestimmen. Allein ein so stark verdünntes Kalkwasser wirkt zu wenig rasch absorbirend und der Versuch erfordert ¼ bis ½ Stunde, auch wenn man statt der gewöhnlichen Flaschen flache Feldflaschen verwendet, welche die Absorption ungemein befördern. Ballo hat deshalb anstatt Kalkwasser ein energischer wirkendes Absorptionsmittel gesucht und ist schlieſslich bei einem Gemische von Kali- oder Natronlauge mit einer Chlorbariumlösung stehen geblieben. Eine solche Lösung von genügender Verdünnung läſst sich mit Hilfe titrirter Lauge sehr schnell herstellen und die Absorption ist in etwa 10 Minuten so weit vollendet, daſs die erreichte Genauigkeit für die meisten praktischen Zwecke genügt. Die Ausführung des Versuches ist einfach. Man leert die mit Wasser gefüllte Feldflasche, deren