Text-Bild-Ansicht Band 253

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Beachtung verdient. Dieselbe besteht nämlich in nichts anderem als einem endlosen weichen Stahldrahte – bezieh. auch einem Seile – von einiger mausen groſser Lange, welcher in entsprechender Weise über Rollen geführt ist und mittels derselben nach stets der gleichen Richtung hin mit gröſserer Geschwindigkeit angetrieben wird. Durch Leitrollen wird dann ein Trum des endlosen Drahtes auf den zu schneidenden Stein gedrückt und an der Einlaufstelle mit Wasser angerührter scharfer Quarzsand bezieh. Schmirgel o. dgl. zugegeben, so daſs das Schneiden wie beim gewöhnlichen Steinsägen eigentlich ein Einschleifen ist. Da der Draht sehr lang genommen werden kann, so läſst sich seine Abnutzung, welche übrigens in keinem Falle bedeutend sein wird, beliebig herabziehen. Da auſser der erforderlichen Betriebsmaschine, etwa einer Locomobile, nur noch ein Paar Rollengerüste erforderlich sind, so läſst sich die ganze Einrichtung leicht fortschaffen und kann daher stets da aufgestellt werden, wo Steine zu schneiden sind, sei es im Steinbruche, oder auf dem Bauplatze.

Goebel's Elevatorbecher.

In ganz derselben Weise wie Ph. Tafel (vgl. 1883 249 * 424) erzielt auch F. Goebel in Ratibor (* D. R. P. Kl. 35 Nr. 29607 vom 17. Juni 1883) eine gröſsere Abschüttweite der Elevatorbecher dadurch, daſs er die Rückwand derselben gegen die Mündung hin von der Gurte zurücktreten läſst. Wie nebenstehende Abbildung erkennen läſst, läuft aber hier die Rückwand oberhalb des Bechers in eine entgegengesetzt geneigte schiefe Ebene aus, wodurch sowohl das Füllen des Bechers erleichtert, als auch das Liegenbleiben vom Fördergut an dieser Stelle verhindert wird.

Textabbildung Bd. 253, S. 389

Herstellung von Messerputzsteinen.

Nach J. Mann in Berlin (D. R. P. Kl. 80 Nr. 27963 vom 20. Januar 1884) wird zur Herstellung von Messerputzsteinen Fürstenwalder Formsand mit Schlämmkreide gemischt und mit Wasserglas zu einem Teige geknetet, welcher geformt, unter hohem Drucke gepreſst und stark gebrannt wird. Zur Benutzung wird etwas Pulver von dem Steine abgeschabt.

Herstellung von hohlen Gummiradreifen.

Als Ersatz für Vollgummireifen füllen Eulner und Lorenz in Halle (D. R. P. Kl. 39 Nr. 27 929 vom 13. December 1883) einen gewöhnlichen Gummischlauch mit Buchdruckwalzenmasse o. dgl. und vereinigen die beiden Enden in bekannter Weise.

Oelbäder für Weiſsblech.

D. Grey in Wales, England (D. R. P. Kl. 7 Nr. 27757 vom 11. December 1883) will die Herstellungskosten des Weiſsbleches dadurch vermindern, daſs er statt des bisher verwendeten Palmölbades Mischungen billigerer Oele nimmt. Er empfiehlt namentlich folgende:

I II III IV V VI VII VIII IX
Leinöl 65 25 25 65 35 35 60 50 35
Harzöl oder Kienöl 35 25 25 20 35 35 25 15 35
Rangunöl 25 25 15 15
Baumwollensamenöl 25 30 15 10
Ricinusöl 25 15
Erdöl 15 20 20
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100 100 100 100 100 100 100 100 100.

Künstlicher Gyps.

Um ein schwefelsaures Calcium zu erhalten, welches nach dem Anmachen mit Wasser und Erhärten eine bessere Politur annimmt als ein Gemenge von Gyps und Kalk, wollen Gebrüder Journet in Paris (Englisches Patent, 1883 Nr. 2566) trockenes Kalkhydrat mit einer zur Neutralisation nicht ausreichenden Menge Schwefelsäure mischen und dann glühen.