Text-Bild-Ansicht Band 253

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man dem Ozokerit vor der Destillation 25 bis 40 Proc. Erdöl oder Naphtarückstände beimengen.

Um ein Product herzustellen, welches man an Stelle des Wachses zum Wichsen der Möbel, Parquetböden, Ledergeschirre u.s.w. verwenden kann, setzt man dem geschmolzenen Ozokerit je nach der Natur des zu erzielenden Productes 3 bis 20 Proc. Schwefelblüthen zu und mengt dazu noch 10 bis 100 Proc. Harz, Paraffin, gewöhnliches Wachs oder sonstige in Kohlenwasserstoffen lösliche Wachsarten bei. Weiſse oder hellgelbe Wachsersatzmasse erhält man, wenn man das in der vorbeschriebenen Weise gebleichte Ozokerit mit Harz, Wachs u.s.w. in den angegebenen Verhältnissen mischt. Diese Ersatzmittel sollen nach Chemin „Cires Parisiennes“ genannt werden.

Apparat zur Düngerfabrikation.

Mit Abbildung auf Tafel 30.

W. Frohnknecht und J. Wasem in Frankfurt a. M. (* D. R. P. Kl. 16 Nr. 27670 vom 9. November 1883) verwerthen altes Schuhwerk, Lederabfälle, Abfälle aus Leim- und Seifensiedereien, Thierleichen u. dgl. angeblich in der Weise als Dünger, daſs sie diese Massen in einer drehbaren Retorte B (Fig. 6 Taf. 30) unter einem mittels Kugelventil e regelbaren Drucke verkohlen. Das durch die Hohlachse a geführte, mit Manometer n versehene Rohr c setzt sich in die Kühlschlange s fort, aus welcher die verflüssigten Destillationsproducte in einen Behälter E gelangen.

Zur Gewinnung und Verarbeitung von Fetten.

Patentklasse 23. Mit Abbildungen auf Tafel 30.

I. A. Bang und Ch. A. Sanguinetti in Marseille (Oesterr.-Ungarisches Patent vom 5. Juli 1883) verwenden zum Entfetten von Sesamkörnern, Mais u. dgl. den bei 40 bis 70° siedenden Antheil des Erdöles, welcher wiederholt mit Schwefelsäure von 66° B., dann mit 2 bis 3 Proc. rauchender Schwefelsäure geschüttelt wird. Die durch Abgieſsen erhaltene Flüssigkeit soll weder in dem damit erhaltenen Oele, noch in dem Samen eine Spur riechender Stoffe zurücklassen.

Die gemahlenen Samen kommen in einen Korb e (Fig. 4 Taf. 30) aus Metallgeflecht, welcher mit abhebbarem Deckel n und zwei Griffen versehen ist, womit der Korb in den Kessel R gebracht wird. Nachdem der Deckel c dicht aufgesetzt ist, läſst man das reine Benzin durch den Hahn t eintreten, während durch s die Luft entweicht, bis man am Flüssigkeitszeiger v erkennt, daſs der Behälter gefüllt ist.