Text-Bild-Ansicht Band 253

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480mg Jod aufnahmen. Die mir vorliegenden Harzöle sind gröſstentheils unraffinirte Oele und ich habe auch nur jene Ziffern hier aufgenommen, welche sich auf solche Oele beziehen.

Von raffinirten Oelen standen mir nur zwei Proben zur Verfügung, welche ich leider nicht als vertrauenswürdig bezüglich ihrer Reinheit bezeichnen kann, weshalb die Ergebnisse der mit diesen Oelen angestellten Untersuchungen hier keinen Platz finden können. Es ist klar, daſs man bei combinirter Verwendung der beschriebenen Verfahren im Stande sein wird, die Frage, ob ein Mineralöl mit einem Harzöle verfälscht sei oder nicht, sicher zu beantworten. Natürlich wird hierbei von Verfälschungen mit Harzen und Theerölen abgesehen, da diese Zusätze mit den bis jetzt bekannten Methoden leicht nachgewiesen werden können, und gilt das hier Gesagte nur von Mischungen aus Harz- und Mineralölen.

Wenngleich die Frage der scharfen quantitativen Bestimmung eines etwaigen Harzölgehaltes der Mineralöle auch durch diese Arbeit nicht gelöst erscheint und ich das mir vorgesteckte Ziel nicht erreicht habe, glaube ich doch durch Veröffentlichung dieser Arbeit den Weg zur Lösung obiger Frage angebahnt und dem Praktiker einen kleinen Dienst erwiesen zu haben, indem ich ihm die Mittel an die Hand gab, wenigstens qualitativ solche Zusätze sicher zu ermitteln.

Laboratorium für chemische Technologie organischer Stoffe an der k. k. technischen Hochschule. Wien, Juli 1884.

Ueber die Verarbeitung von Melasse.

C. Scheibler in Berlin (D. R. P. Kl. 89 Zusatz Nr. 26597 vom 15. April 1883, vgl. 1883 248 426) vermeidet jetzt bei der Verarbeitung von Melassen und Syrupen mittels Strontian die Bildung von Bistrontiumzucker in folgender Weise.

Man erzeugt zu diesem Zwecke in der früher angegebenen Weise Monostrontiumzucker, welchen man mittels der Filterpresse oder durch andere bekannte Hilfsmittel von der Mutterlauge trennt und auswäscht. Die Mutterlauge, einschlieſslich der Waschlauge, wird nun aber nicht wie früher auf Bistrontiumzucker verarbeitet, sondern man löst in diesen Laugen unter Erwärmung auf etwa 70° wieder Melasse und Aetzstrontium in dem Verhältnisse, wie es für die Bildung von Monostrontiumzucker erforderlich ist, kühlt die Mischung ab und regt dieselbe abermals zum Auskrystallisiren von Monostrontiumzucker an, indem man die Mischung mit einer geringen Menge desselben aus früherer Darstellung in Berührung bringt. Hierauf erfolgt wieder die Abtrennung des Niederschlages von der Mutterlauge, sowie darauf die Benutzung der letzteren, um neue Mengen von Melasse und Aetzstrontium in dieselbe einzutragen u.s.f. Man benutzt somit stets die von dem erzeugten Monosaccharate getrennten Mutterlaugen, um darin durch Eintragung neuer Mengen von