Text-Bild-Ansicht Band 253

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der Last nach Belieben bewirken zu können, ohne daſs die Kurbel abgezogen zu werden braucht. Es wird auf diese Weise das für den Arbeiter so gefährliche Schlagen der Kurbeln vermieden.

Auf der ersten Vorgelegswelle l (Fig. 13 und 14 Taf. 31) der Winde ist eine Scheibe g festgekeilt, deren cylindrischer Rand auf der Innenseite ausgedreht ist; andererseits ist auf dieser Welle lose ein Schneckenrad b drehbar, auf dessen verlängerter Nabe die Kurbel befestigt, zugleich aber auch die mit Sperrzähnen versehene Scheibe h drehbar aufgebracht ist. Auf der Innenseite der letzteren sind zwei Lager vorhanden, durch welche die Achse des in b eingreifenden Schneckenrades c gehalten wird. An den Enden dieser Achse greifen an excentrischen Zapfen die beiden Schubstangen d an, welche andererseits an den beiden Bremsbacken f angelenkt sind. Wird nun beim Heben der Last die Kurbel f rechts herumgeführt, so werden zunächst unter Vermittelung der Schnecke b, des Schneckenrades c und der Schubstangen d die Backen f an den Innenrand der Scheibe g gepreſst, worauf erst die Mitnahme der letzteren und das Heben der Last erfolgt. Da die Backen f an der Scheibe h befestigt sind, in deren Sperrzähnen die Klinke k liegt, so wird das Zurücksinken der Last auch beim Loslassen der Kurbel durch die zwischen den Backen f und der Scheibe g auftretende Reibung wirksam verhindert.

Um also das Herabsinken der Last zu veranlassen, muſs zunächst durch Rückwärtsdrehen der Druck zwischen Backen f und Scheibe g so weit vermindert werden, daſs die Last die Reibung überwinden kann und herabsinkt. Durch geringes Drehen der Kurbel nach vorwärts wird dann aber die Last sofort wieder gefangen, bezieh. ihre Fallgeschwindigkeit bis auf ein beliebiges Maſs herabgemindert. Ist die Winde nicht belastet, so findet eine Rückdrehung derselben und das Senken des Seiles bezieh. der Kette bei weiterer Rückdrehung der Kurbel dadurch statt, daſs sich ein Vorsprung i der einen Zugstange d in den Zahnkranz m der Scheibe g einlegt und diese mitnimmt.

Anwendung von Preſsluft im Glashüttenbetriebe.

Mit Abbildungen auf Tafel 32.

Zu den wenigen Industrien, welche zur Ausführung sehr anstrengender Arbeiten bis heute noch fast ausschlieſslich auf die menschliche Arbeitskraft angewiesen sind, gehört in erster Linie der Glashüttenbetrieb. Zwar hat es nicht an Versuchen gefehlt, vor Allem die gesundheitsschädliche Blasearbeit auf maschinellem Wege zur Ausführung zu bringen; aber alle derartigen Einrichtungen haben bis heute nur wenig Eingang gefunden. Seit einiger Zeit ist nun eine Betriebsanlage mit Preſsluft in den Glashütten zu Clichy eingerichtet worden, über welche der Mitbesitzer Appert in den Mémoires de la Société des Ingénieurs civils, 1883