Text-Bild-Ansicht Band 253

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Kolben K nach links; mithin bewegt sich der Cylinderschieber F nach rechts, die Einströmungen f werden verkleinert, die Dampfmaschine geht langsamer. Bei dieser tiefsten Stellung des Rahmens p hat ein kleiner Arm o mittels des Bundes u die Stange U gehoben, wodurch die Oeffnung t2 frei, also die Verbindung zwischen t und t1 hergestellt wurde, so daſs der Kolben S der Bewegung des Kolbens K keinen merklichen Widerstand entgegensetzt. In Folge der geringeren Geschwindigkeit wird der elektrische Strom schwächer, der Anker P wird wieder frei und der Rahmen O durch die Feder M in seine Ruhestellung zurückgezogen, während gleichzeitig der Kolbenschieber l umgesteuert wird. Die Vorgänge wiederholen sich in entgegengesetzter Reihenfolge, bis der Gleichgewichtszustand erreicht ist.

Trappen's neue Ventile für Präcisionssteuerungen.

Mit Abbildung.

In Anbetracht der Vortheile, welche die Ventilsteuerung für Dampfmaschinen, namentlich durch die leichte Einwirkung des Regulators auf die Füllungen bietet, erscheint das Bestreben ganz gerechtfertigt, die Mängel, welche derselben noch anhaften, möglichst zu beseitigen.

Als ein Uebelstand der bisher üblichen Ventilsteuerungen mit frei fallenden Ventilen ist in erster Linie das heftige Aufschlagen der Einlaſsventile bei kleinen Füllungen zu bezeichnen. Nun erscheint mit der Forderung eines möglichst raschen Dampfabschlusses, welche an eine gute Steuerung gestellt werden muſs, ein heftiges Aufschlagen unvermeidlich zu sein, weil alle Mittel, welche man bei den gebräuchlichen Ventilconstructionen dagegen anwendet, wie Luftbuffer, Federn u.s.w. mit der Verminderung der Aufschlaggeschwindigkeit eine Verzögerung des Dampfabschlusses mit sich führen. Dazu kommt noch, daſs der Unterschied in der Wirkung der Luftbuffer sich in unangenehmer Weise bemerklich macht, wenn die Maschinen mit sehr verschiedenen Füllungen arbeiten. So hat z.B. eine Walzenzugmaschine innerhalb kurzer Zeit abwechselnd die Leergangs- und die höchste Arbeit zu verrichten; bei den groſsen Füllungen arbeiten dann die Ventile verhältniſsmäſsig ruhig, während dieselben bei den kleinen Füllungen heftig aufschlagen.

Der Grund liegt in der Verminderung der angesaugten Luftmenge, deren Verdichtungsarbeit die Aufschlaggeschwindigkeit nicht genügend herabziehen kann. Die Ventile sind dabei der Gefahr eines Bruches ausgesetzt, da namentlich bei groſsen Walzenzugmaschinen die schweren Ventile durch ihre groſse Masse einen beträchtlichen Stoſs erzeugen.

Nachstehend ist nun eine Ventilconstruction veranschaulicht, wie dieselbe von Walter Trappen in Berlin (* D. R. P. Kl. 47 Nr. 26911 vom 6. November 1883) angegeben ist und von der Märkischen Maschinenbau-