Text-Bild-Ansicht Band 253

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des Rades c gezogen; der Kettenbaum wird nun nicht mehr gehalten und es zieht sich ein Stück Kette vom Kettenbaume ab. Die darauf eintretende Spannungsverminderung verursacht eine Senkung des Gewichtes G, so daſs die Klinke h wieder in die Zähne des Rades c einfällt und den Kettenbaum an weiterer Drehung hindert.

Chr. Andreae in Mühlheim a. Rh. (* D. R. P. Nr. 26322 vom 24. August 1883) hat die Einrichtung Fig. 3 und 4 Taf. 35 angegeben; hier erhält der Kettenbaum eine positive Drehung und wird der Betrag derselben bei jedem Schusse je nach der Kettenspannung vergröſsert oder verkleinert. Auf dem Kettenbaume A sitzt ein Rad a im Eingriffe mit der Schnecke b, welche in dem um die Welle des Kettenbaumes drehbaren Arm c gelagert ist und an dem Haken g ihrer Spindel gleich das Spannungsgewicht h trägt; dieselbe wird von dem schwingenden Hebel i aus durch den Hebel d mit Klinke f und das Sperrrad e gesteuert. Mit der zunehmenden Kettenspannung wird die Schnecke b mit dem Gewichte gehoben und der sich auf dem Hebel i verschiebende Hebel d erhält einen gröſseren Ausschlag, so daſs auch die Abwickelung der Kette gröſser wird und eine Spannungsverminderung eintreten muſs. Umgekehrt wird bei Verringerung der Kettenspannung durch Senken des Gewichtes h die Abwickelung der Kette geringer.

Waldorp's Geschwindigkeitsmesser für Eisenbahnzüge.

Mit Abbildungen auf Tafel 35.

Abweichend von der gröſseren Anzahl der Apparate zur Ueberwachung der Zugbewegung, welche vom Zuge mitgeführt werden und meistens darauf beruhen, daſs die Schwankungen der Locomotive oder die Umdrehungen einer ihrer Achsen auf einem durch ein Uhrwerk mit gleichförmiger Geschwindigkeit bewegten Papierstreifen oder einer Scheibe markirt werden, verfolgt die vorliegende Einrichtung von Herm. Waldorp in Nymegen (* D. R. P. Kl. 20 Nr. 20401 vom 10. März 1882) den Zweck, dem Stationsbeamten jederzeit einen Einblick in den Bewegungszustand des auf der Strecke befindlichen Zuges zu gestatten.

Zu diesem Zwecke sind längs des Geleises einzelne elektrische Contactvorrichtungen angebracht, welche durch den darüber fahrenden Zug geschlossen werden und eine Markirung dieses Zeitpunktes auf einer im Stationsgebäude befindlichen, durch ein Uhrwerk bewegten Trommel veranlassen (vgl. W. Groves 1875 217 514. A. Schell 1881 242 * 422). Diese Contactvorrichtungen bestehen aus einem Taster a (Fig. 12 Taf. 35), welcher über den Kopf der Schiene ragt und von den Rädern des vorüber fahrenden Zuges niedergedrückt wird und dadurch unter Vermittelung des Hebels c und Stange d die beiden Contactfedern e, e1 in Berührung bringt. Die Zurückführung der genannten Theile in die ursprüngliche