Text-Bild-Ansicht Band 253

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was einfach in der Weise geschieht, daſs man einen am Maschinenrahmen befestigten und den Schacht hinabhängenden Eisendraht oder die Erde als Rückleitung benutzt. Die Signale werden mittels eines gewöhnlichen Tasters gegeben.

Pieper's Sicherheitslampe mit elektrischer Zündung.

Die von H. Pieper in Lüttich angegebene einfache Sicherheitslampe kann nur im geschlossenen Zustande angezündet werden und muſs beim Oeffnen verlöschen. Nach der Zeitschrift für Elektrotechnik, 1884 * S. 89 geht der Docht aus dem den Oelbehälter bildenden unteren, abzuschraubenden Theile der Lampe durch eine Hülse hindurch in den oberen Theil, in welchem der Docht zu brennen hat. Beim Oeffnen wird der Docht durch diese ihn umfassende Hülse hindurchgezogen und muſs daher verlöschen. Die elektrische Zündung wird mittels eines Taschen-Accumulators bewirkt. Dazu ist eine gegen den Lampenkörper isolirte Metallstange durch den Oelbehälter nach oben geführt; diese Stange besitzt zwei Ansätze, von denen der eine gegen die Stange isolirt ist, der andere nicht; zwischen beiden ist die zündende Platinspirale ausgespannt. Auf der Platte des Dochtträgers befindet sich im Inneren der Lampe eine zweite Stange, welche mit dem Lampengehäuse in leitender Verbindung steht. Wird nun ein Pol des Accumulators mit der ersten Stange, der andere mit dem Lampenkörper in Berührung gebracht und die erste Stange so weit gedreht, daſs ihr isolirter Arm mit der zweiten Stange in Berührung tritt, so wird die Spirale glühend und entzündet den Docht, über welchem dieselbe sich dann gerade befindet.

Messung der elektrischen Stromstärke aus der Drehung der Polarisationsebene.

H. Becquerel ist nach den Comptes rendus, 1884 Bd. 98 S. 1253 vor mehreren Jahren darauf gekommen, die Stärke eines magnetischen oder elektromagnetischen Feldes durch die Drehung der Polarisationsebene zu messen, welche ein Lichtstrahl erleidet, der einen in diesem Felde befindlichen Körper durchdringt, und zeigt, daſs diese Methode sich leicht zur Messung eines elektrischen Stromes in absoluten Einheiten anwenden laſst.

Denkt man sich eine Drahtrolle von N Windungen, durchflössen von einem Strome von der Intensität i, und eine mit Schwefelkohlenstoff von 0° angefüllte unendlich lange Röhre in der Achse der Drahtrolle, dann wird die Stromwirkung eine Gesammtdrehung der Polarisationsebene = 4πNiα bewirken, wenn die Einheit des magnetischen Feldes (C–½ G½ S–1) für den betrachteten Lichtstrahl auf 1cm Schwefelkohlenstoff von 0° die Drehung α bewirkt. Für den Versuch genügt eine 1,5 bis 2m lange, mit parallelen Gläsern verschlossene Röhre, die man in der Mitte mit einer kleinen Rolle umgibt. Beobachtet man dann die Drehung R, so ist die Stromstärke i = R : 4πNα. Für die gelben Strahlen D einer Natronflamme ist α = 0',0463. – Diese Methode dürfte sich als praktisch und genau für die Eichung der magneto-elektrischen Amperemeter erweisen.

Verfahren zur Herstellung von Cementfässern.

Nach I. Borsari in Zollikon bei Zürich (D. R. P. Kl. 80 Nr. 27 740 vom 25. December 1883) werden die mit Cement zu bedeckenden Seiten der Glas- oder Porzellanplatten auf mechanischem oder chemischem Wege gerauht. Auf die gerauhte Fläche wird dünner Cementbrei oder ein ähnliches Bindemittel gespritzt. Der Bewurf dient als Bindeglied zwischen Cementwandung und Ausfütterungsplatte. (Vgl. Bollert 1875 218 84.)

Ueber Tripolith.

Während nach den bis jetzt vorliegenden Analysen (vgl. 1882 243 433) der sogen. Tripolith wesentlich aus Gyps und Kohle besteht, macht A. Gottschaldt im Civilingenieur, 1884 S. 354 die sonderbare Angabe, Tripolith sei eine Verbindung von Silicium, Calcium-Selenit und Eisenoxyduloxyd, welche Bestandtheile