Text-Bild-Ansicht Band 256

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Dampf des Injectors bei der Berührung mit dem Dampfe des Motors verflüssigt. Die Richtigkeit der vorstehenden Schlüsse wurde durch ausgedehnte praktische Versuche, welche die Erfinder mit einer Dampfmaschine anstellten, bestätigt.

Bei der in Fig. 15 Taf. 10 dargestellten Anordnung wird der Inhalt des Kessels A zum Betriebe der Maschine und der Kessel B zum Betriebe des Injectors C benutzt. Während das Betriebsgas durch ein Rohr D in die Maschine gelangt, wird es durch das Rohr E in den Injector C geschafft. Will man z.B. den Injector anwenden, um in eine gewöhnliche Wasserdampfmaschine den verbrauchten Abdampf zurückzuführen, so müſste der Injector mit solchem Dampf betrieben werden, welcher sich bei der Berührung mit Wasserdampf condensirt, also z.B. mit Quecksilber- oder ähnlichen Dämpfen von hoher Condensationstemperatur.

Praktisch dürfte nun die Erfindung eben wegen der hohen Condensationstemperaturen und der damit verbundenen Unzuträglichkeiten in dieser Richtung nur ausnahmsweise verwendet werden. Wird zum Betriebe des Injectors Wasserdampf oder Dampf von ähnlicher physikalischer Beschaffenheit benutzt, so könnten zum Betriebe des Motors dienen: Aether, Alkohol, Aceton, Chloroform, Chlorkohlenstoff, Schwefelkohlenstoff, Ammoniak, Schwefligsäure u.s.w., bei deren Berührung mit Wasserdampf letzterer sich verflüssigt.

Die eigentliche Wärme- und Arbeitsquelle ist der Injectorkessel B, da der Injector die Wärmemenge, welche in der Maschine in Arbeit umgesetzt wird, sowie diejenige, welche durch Abkühlung u.s.w. nach auſsen verloren geht, ersetzt und die in dem Behälter A befindlichen Dämpfe theoretisch auf ihrer Spannung erhält, ohne daſs denselben weitere Wärme zugeführt wird. Da demgemäſs für die Wirkung des Apparates nur die Spannung und die niedrige Temperatur der Kesseldämpfe maſsgebend ist, welche die Injectordämpfe condensiren lassen müssen, so kann man an Stelle des Kesseldampfes ebenso gut ein nicht verflüssigbares Gas nehmen, wenn man dasselbe auf mechanischem Wege in dem Behälter A bei niedriger Temperatur verdichtet. Bei der gezeichneten Maschine ist als ein solches Gas atmosphärische Luft vorausgesetzt.

Der Kessel A ist mit verdichteter Luft gefüllt. In dem Kessel B wird Wasserdampf erzeugt. Die in den Injector gelangende, gebrauchte Arbeitsluft wird dann den durch das Rohr F strömenden Wasserdampf niederschlagen und von diesem wieder zurück in den Kessel A gepreſst. Das niedergeschlagene Dampfwasser sammelt sich am Boden des Kessels und wird durch eine Pumpe in den Kessel B gedrückt.

Da der Injector mehr Dampf verbraucht, als demselben theoretisch zur Herbeiführung des Beharrungszustandes in dem Prozesse zugeführt werden müſste, so ist es nöthig, die überflüssige Wärme durch Abkühlung zu entfernen, wie z.B. durch einen Kühlapparat H, aus welchem