Text-Bild-Ansicht Band 259

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Taf. 2), zwischen denen die Gespinnststoffe zu liegen kommen, wird von gröſserem Durchmesser ausgeführt und erhält unten eine kegelförmige Flansche a, welche auf den Kegel b der Schleudermaschinenachse d paſst. Die Verbindung zwischen beiden kann noch durch Schrauben h erfolgen. Der Deckel des inneren Cylinders C erhält ebenso eine Hülse f, welche das obere Ende der Achse d umfaſst. Die Schraube S zur Befestigung des Deckels tritt dabei in ein angebohrtes Loch o der Achse d. Der Kegel b trägt auf seiner oberen Fläche einen Gewichtsregulator, um die bei ungleicher Belastung des Kessels auftretenden Stöſse, welche durch ungleiche Einpackung der Stoffe leicht vorkommen, zu vermeiden. Der bereits bekannte Regulator (vgl. Liebelt 1881 239 162) besteht aus den frei beweglichen Ringen p, welche sich bei ungleicher Belastung entsprechend excentrisch zur Achse d einstellen.

Statt des doppelten Siebcylinders zur Aufnahme der Stoffe wird jetzt auch, namentlich beim Färben von Kammzug, nur ein senkrecht stehender Cylinder benutzt, an dessen Umfang sich einzelne Töpfe zur Aufnahme der Spulen u. dgl. anschlieſsen (vgl. 1885 257 * 319), und ist dieser eine Cylinder ebenso in die verschiedenen Flüssigkeitsbehälter zu versetzen. Die Ausführung der Obermaier'schen Apparate vermitteln Dill und Strauſs in Frankfurt a. M.

Ueber den Wassergehalt verschiedener Papierstoffe.

Bei den in den Handel gebrachten Papierstoffen pflegt man das Lufttrockengewicht dadurch festzustellen, daſs man von einer Durchschnittsprobe durch längeres Erhitzen auf 100° das Gewicht bestimmt und dann nach Uebereinkommen 12 Proc. Feuchtigkeit hinzurechnet. Dr. Lepsius in Frankfurt a. M. hat nun Untersuchungen darüber angestellt, ob diese 12 Proc. dem Wassergehalte von als lufttrocken bezeichneten Papierstoffe wirklich entsprechen und welcher Unterschied in dem Wassergehalte je nach der verschiedenen Herstellung der Papierstoffe besteht.

Da der Wassergehalt der Papierstoffe je nach der Temperatur und Feuchtigkeit der Luft ein wechselnder ist, so wurde für die Untersuchungen eine mittlere Temperatur der Luft von 20° und ein Feuchtigkeitsgehalt derselben von 55 Proc. zur Grundlage genommen. Zu der Untersuchung, deren Ergebnisse in den Berichten der deutschen chemischen Gesellschaft, 1885 S. 2493 mitgetheilt sind, wurde von verschiedenen Fabriken Papierstoff bezogen und zwar mit dem Feuchtigkeitsgehalte, mit welchem der Stoff von der Entwässerungsmaschine kommt. Die daraus entnommenen Durchschnittsproben von je 100g wurden in einen Raum gebracht, in welchem unverändert die Temperatur von 55° erhalten wurde, und durch öfteres Abwägen bestimmt, wann das Gewicht derselben gleichbleibend geworden war. Die hierdurch erhaltenen Zahlen entsprechen dem Lüfttrockengewichte. Zur darauf folgenden Bestimmung des Trockengewichtes der Stoffproben bei 100° wurde ein Kirchner'scher Apparat (vgl. 1882 245 * 21. 1885 255 * 237) benutzt und die Proben ebenfalls bis zum gleichbleibenden Gewichte darin gelassen. Die Ergebnisse sind nun folgende: