Text-Bild-Ansicht Band 260

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Ueber Neuerungen im Eisenhüttenwesen.

(Patentklasse 18. Fortsetzung des Berichtes Bd. 259 S. 361.)

Mit Abbildungen im Texte und auf Tafel 18.

Die Compressed Steel Company in Cleveland, Ohio (* D. R. P. Kl. 31 Nr. 33709 und 33710 vom 9. Juni 1885) hat Vorrichtungen angegeben, welche es ermöglichen, Fluſseisen ohne Ausgieſsen desselben in einem mit der Luft in Berührung kommenden Strahle aus der Gieſspfanne in die Formen abzulassen. Die eine in Fig. 2 Taf. 18 veranschaulichte Vorrichtung besteht aus einer Pfanne D, in welche das Eisen aus der Birne ausgegossen wird. Die Pfanne ruht auf Säulen M und ist mit einem feuerfesten Futter versehen. Im Boden hat die Pfanne eine Oeffnung, an welche auf der unteren Seite die eigentliche zweitheilige Form A befestigt ist. In dieser wird ein Kolben a durch Preſswasser auf- und abbewegt. Die Bewegung des Kolbens wird durch Stellung der Hähne j, m und m1 in den zum Cylinder I führenden Rohrleitungen beeinfluſst. Vor Beginn des Gusses stellt man den Kolben a so, daſs sich seine ebene Fläche mit derjenigen des Gieſspfannenbodens ungefähr vergleicht. Nachdem man die zum Gusse eines Blockes nöthige Menge Fluſseisen in die Gieſspfanne abgelassen hat, läſst man zunächst das Eisen so lange ruhig in derselben stehen, bis die Gase entwichen sind, was bei der groſsen Oberfläche und verhältniſsmäſsig geringen Tiefe der Gieſspfanne schneller von statten geht als in der Form. Nachdem dies geschehen, stellt man die Hähne so, daſs sich der Kolben l senkt. Das Eisen sinkt dann aus der Gieſspfanne in einem zusammenhängenden Strahle in die sich allmählich vertiefende Form nach. Die Stellung des Hahnes m1 wird so geregelt, daſs der Kolben a mit geringerer Geschwindigkeit niedergeht, als diejenige, welche das Eisen beim freien Ausflieſsen aus D haben würde. Es kann auch die Stellung des Hahnes m1 selbstthätig geschehen, so daſs seine Ausfluſsöffnung nach und nach immer enger wird, um den erhöhten Druck, welcher aus der Zunahme der Länge der in die Form sinkenden Eisensäule entsteht, auszugleichen. Auch kann man die beiden Hähne m und m1 mit einander in Verbindung setzen und würde dann der die Geschwindigkeit des Kolbens beeinflussende Hahn in der Verbindung zwischen diesen beiden Hähnen angebracht werden. In dieser Weise wird die Form allmählich mit Eisen gefüllt. Sobald die Form und ihr Inhalt genügend abgekühlt sind, zieht man den Kolben a bis in den Theil H zurück, schraubt die Form von der Pfanne los und entfernt sie zur Herausnahme des Blockes.

Bei der in Fig. 3 und 4 Taf. 18 dargestellten Gieſsvorrichtung sind die Formen A mit den Ausfluſsöffnungen der Gieſspfanne D verbunden und letztere wird von den in den Preſswassercylindern I1 beweglichen Kolben I getragen. Die Formböden a sitzen unbeweglich auf an der Bodenplatte befestigten Stangen K. Beim Füllen der Gieſspfanne D