Text-Bild-Ansicht Band 260

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Ueber Neuerungen an Göpeln (Roſswerken).

Patentklasse 45 und 46. Mit Abbildungen auf Tafel 28.

Von den beiden verschiedenen Klassen der Göpel, den Zuggöpeln und Tretgöpeln, hat sich nur die erstere in Deutschland eingebürgert, während die Tretgöpel trotz ihrer vielfachen Vorzüge – sie nehmen ungleich weniger Raum ein als die Zuggöpel und gestatten eine erhebliche Ausnutzung des arbeitenden Thieres, da dieses ohne Wendung zu fortwährender Arbeit in gleichbleibender Richtung gezwungen wird – nur in Nordamerika eine einigermaſsen groſse Verbreitung haben sollen. Von den Zuggöpeln werden wiederum die leicht fortschaffbaren und mit geringen Umständen überall aufstellbaren liegenden Ausführungen den stehenden Anordnungen, den sogen. Gebäudegöpeln, vorgezogen. Letztere finden ausschlieſslich wohl dort Verwendung, wo ein genügender gedeckter Raum zur ständigen Verfügung für den Göpel steht.

Von den liegenden Zuggöpeln haben sich die mit Zahnradübersetzung am meisten verbreitet, während die Seil- und Kettengöpel, bei denen das Zahnradgetriebe durch ein Seil-, Ketten- oder Riementriebwerk ersetzt wird, sowie die Schraubengöpel, bei welchen ein von den Zugthieren umgetriebenes liegendes Schraubenrad auf eine auf die Betriebswelle aufgesteckte Schraube einwirkt, in wesentlich geringerer Anwendung stehen.

Liegende Zuggöpel.1) Der in Fig. 1 Taf. 28 dargestellte Göpel von E. Vogt in Ottmachau (* D. R. P. Nr. 31135 vom 10. Oktober 1884) besitzt Einrichtungen zur Verhinderung des Abbrechens der Zugbaumhülse und zur schnellen Bremsung der Antriebswelle. Der das Gestell bildende Schutzcylinder a ist mit innerer Verzahnung versehen, an welcher das mit dem Zugbaumarme b verbundene, um den Bolzen d drehbare Zahnrad e abrollt, um seine Bewegung mittels des Rades f auf das Triebrad g der Hauptachse h zu übertragen. Letztere ist in dem cylindrischen Mittelstücke i des Gestelles a gelagert und treibt mittels seines Kegelrades k das entsprechende Kegelrad l der nach beiden Seiten des Gestelles a heraustretenden Welle in. Der Zugbaumhalter läuft zum Schütze gegen das Abbrechen mit der an seinem Stützarme n vorgesehenen Rolle o auf dem inneren vorspringenden Rande p des Gestelles; ein zweiter Rand q verhindert auch das Abheben des Zugbaumhalters.

Zur möglichst schnellen Bremsung des Triebwerkes sitzt auf der Betriebswelle m ein Bremsrad r, gegen dessen Umfang der Bremsbacken s durch den Hebel t gedrückt werden kann. Diese Bremse wird vom Führer der Zugthiere aus durch Verschiebung der Zugstange v bethätigt, deren Keil w dann unter den Kopf der in der hohlen Achse h geführten Stange x hervorgezogen wird und dadurch den niederfallenden Gewichtshebel t zwingt, die Bremse anzuziehen, d.h. den Keil s gegen

1)

Vgl. W. Bergner 1876 221 * 14. J. Hallstroem 1880 238 352.