Text-Bild-Ansicht Band 261

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der Luftbewegung, sowie äuſsere elektrische Störungen beseitigt. Sind a und b die beiden Kugelhalbmesser, so ist p tg α =⅛ b2 V2 : (b – a)2. Für a = 3cm,9, b = 4cm,92, p = 3g,322 ist die Ablenkung d = 0,00373 V2 oder, wenn V in Volt, d = 0,0000140 V3. Es ist zweckmäſsig die Genauigkeit optisch zu vergröſsern, indem man durch ein Mikroskop von 15- bis 50 facher Vergröſserung abliest.

Mikrophon der Fuller Company in New-York.

Bei dem Mikrophon der Fuller Universal Telephone Company in New-York (* D. R. P. Kl. 21 Nr. 34722 vom 28. April 1885) gelangen die Tonschwingungen durch eine Schallöffnung zu der dieselben übernehmenden und dadurch die Stromstärkenschwankungen bewirkenden Schallplatte. Auf der Mitte dieser Platte ruht nun mit einem Stifte das eine Ende eines um eine Achse drehbaren zweiarmigen Hebels, dessen beide Arme nahezu im Gleichgewichte sind. Ueber den Hebel hin in seiner Längsrichtung erstreckt sich ein Metallstreifen oder Stab, welcher mittels einer Blattfeder auf einem Säulchen befestigt ist, und ein am vorderen Ende des Stabes befindlicher Kohlencontact macht mit einer im Hebel oberhalb jenes Stiftes und in dessen Verlängerung angebrachten Platinspitze Contact. Die Innigkeit dieses Contactes läſst sich bequem regeln, da eine Spiralfeder mit dem einen Ende in einen Haken am anderen Arme des Hebels eingehängt, mit dem anderen aber an einer Schraube befestigt ist, welche durch eine isolirende Mutter in dem nach der Blattfeder und dem Säulchen hin gelegenen Theile des Stabes hindurchgeht,

Zur Untersuchung der natürlichen Bausteine.

Nach Frangenheim (Deutsche Bauzeitung, 1886 S. 239) sollten natürliche Bausteine auch auf ihr Verhalten im Feuer geprüft werden. Es ist beispielsweise wichtig, das Verhalten der verschiedenen natürlichen Steine, welche zu freitragenden inneren Treppen angewendet werden, kennen zu lernen, da durch die in Folge der Einwirkung des Feuers und plötzlicher Abkühlung eintretende Zerstörung einer Stufe der ganze Treppenlauf und selbst die ganze darunter befindliche Treppe in Mitleidenschaft gezogen werden können; ferner das Verhalten der zu Stützen dienenden Steine und solcher, welche zu Hauptgesimsen vorzugsweise angewendet werden u.s.w.

Bezügliche Versuche zeigten z.B., daſs Niedermendiger Basaltlava schon bei einem geringen Hitzegrade vollständig zerstört wurde (vielleicht durch die starke Ausdehnung der in den Höhlungen eingeschlossenen Luft), wie dies auch bei zahlreichen Feuersbrünsten sich ergeben hat, daſs andere Gesteine bei stärkeren Hitzegraden nur an den Kanten beschädigt und im Kerne erhalten blieben, jedoch bei der Abkühlung durch Wasser alle mehr oder weniger zerstört wurden und daſs nur ein Sandstein mit kieseligem Bindemittel die Probe bestand, ohne auch nur an den Kanten beschädigt zu sein.

Ueber den Einfluſs der Blauhitze auf Stahl und Eisen; von C. E. Stromeyer.

Vor der Institution of Civil Engineers hielt am 26. Januar d. J. C. E. Stromeyer einen Vortrag über den nachtheiligen Einfluſs der sogen. Blauhitze auf Stähl und Eisen, aus welchem Engineering, 1886 Bd. 41 S. 106 folgenden Auszug mittheilt.

Zunächst weist der Vortragende auf die Erscheinung hin, daſs trotz der vielen vorzüglichen Eigenschaften des weichen Stahles und trotz seiner ausgedehnten Verwendung im Schiffbaue und für Schiffskessel viele Ingenieure diesen Stahl als ein trügerisches, unzuverlässiges Material betrachten, indem sie zahlreiche Beispiele anführen, in welchen Stahlplatten and Stahlstangen in einer ihrer Meinung nach unerklärlichen Weise zu Bruch gingen. In fast allen solchen Fällen fördert aber eine kurze Untersuchung die Thatsache zu Tage, daſs die fraglichen Platten warm gebogen oder gehämmert worden waren, und es unterliegt nur geringem Zweifel, daſs diese Platten, während sie bearbeitet wurden, sich im Zustande der „Blauhitze“, oder wie Schmiede sich ausdrücken, der „Schwarzhitze“ befanden. Heutzutage sollte man aber schon wissen, daſs eine solche Bearbeitung des Stahles die nachtheiligste und gefährlichste ist, welcher man denselben überhaupt unterwerfen kann, und