Text-Bild-Ansicht Band 261

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Verhinderung von Terpentinausschwitzungen aus Tannenholz.

Um Terpentinausschwitzungen aus angestrichenem Tannenholz zu verhüten, überstreicht J. Werner (Badische Gewerbezeitung, 1886 S. 211) die betreffenden Stellen oder besser noch die ganze Fläche mit einer Lösung aus 1 Th. Schellack auf 4 Th. starken Spiritus und gibt dann als ersten oder Grundiranstrich, den man sonst gewöhnlich fett hält, einen sehr mageren, wenig Oel enthaltenden matten Schleifgrund, den man vollkommen erhärten lassen muſs, bevor man alsdann die weiteren Anstriche folgen läſst. Die Wirkung beruht ohne Zweifel auf der Unlöslichkeit des Schellacks in Terpentin: Fette werden von letzterem gelöst, Oelfarbe, unmittelbar auf Holz liegend, wird deshalb von dem darunter befindlichen Terpentin in der Wärme allmählich erweicht und aufgestoſsen, worauf das Harz weiter überquellen kann; eine nicht lösliche Zwischenschicht muſs diesem Vorgange vorbeugen.

Von der Deutschen Tischlerzeitung wird empfohlen, die Knoten vor dem Anstrich mit einer Mischung von gleichen Theilen gelöschtem Kalk und Mennig, welche mit Wasser zu einem steifen Brei angerührt sind, zu bestreichen. Beim Trocknen der Masse zieht das Terpentin in dieselbe hinein, wie Oel, welches man mittels Pfeifenerde aus einem Stubenboden entfernt. Bei mehrfacher Wiederholung dieses Verfahrens soll ein Ausschwitzen von Terpentin nach dem Anstriche gänzlich verhindert werden können.

Zur Prüfung von Jodkalium.

Entgegen den Angaben Mühe's (1886 259 432) finden Weppen und K. Lüders (Pharmaceutische Centralhalle, 1886 S. 130), daſs reines Jodkalium zwar durch unter höherem Drucke mit Kohlensäure gesättigtes Wasser in sehr geringem Grade zersetzt wird, nicht aber durch Wasser, welches durch Stehen an der Luft Kohlensäure und Sauerstoff aufgenommen hat. Die Proben auf Jodsäure oder Carbonat werden somit durch derartiges destillirtes Wasser nicht beeinfluſst, wie Mühe meint.

Verfahren zur Herstellung von Chinoxalinen.

Zur Herstellung von Orthonitroamidoparamethoxylbenzol erwärmt man nach A. Scheidet in Mailand (D. R. P. Kl. 22 Nr. 36014 vom 24. September 1885) Mononitrodimethylhydrochinon, C6H3NO2 (OCH3)2, während mehrerer Stunden mit überschüssigem, wässerigem oder alkoholischem Ammoniak in geschlossenen Gefäſsen und reinigt das nach dem Erkalten auskrystallisirte Product durch Lösen in Säure und Neutralisation der Lösung durch eine Base.

Das so erhaltene Orthonitroamidoparamethoxylbenzol krystallisirt aus Aetherweingeist in tafelförmigen Krystallen von der Farbe des Azobenzols, aus Wasser in haarfeinen tiefrothen Nadeln, aus Toluol und anderen Kohlenwasserstoffen in Krystallen von dunkelbraunrother Farbe mit grünem Reflex. Es schmilzt bei 125°, ist mit Wasserdämpfen flüchtig und sublimirt bei vorsichtigem Erhitzen; mit starken Säuren bildet es wohlkrystallisirte Salze, welche durch Wasser Zersetzung erleiden. Bei der Reduction geht die Base quantitativ in Paramethoxylorthophenylendiamin über.

In gleicher Weise erhält man aus Mononitrodiäthylhydrochinon das bei 1090 schmelzende Orthonitroamidoparaäthoxylbenzol.

Es werden z.B. 100 Th. Nitrodimethylhydrochinon oder Nitrodiäthylhydrochinon mit 600 Th. wässerigen Ammoniaks von 33 Proc. NH3 im Druckkessel auf 130 bis 140° während 6 Stunden erwärmt.

Das Orthronitroamidoparamethoxylbenzol sowie das Orthonitroamidopara-äthoxylbenzol dienen zur Darstellung von Methoxyl- bezieh. Aethoxylorthophenylendiamin, welche Basen ihrerseits nach Condensation mit Glyoxal Chinoxaline geben, die als Arzneimittel Verwendung finden sollen.