Text-Bild-Ansicht Band 261

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von sehr geringem Widerstände gegenüber dem der gesammten Drahtwindung. Zwischen die einzelnen Drahtwindungen der Spule werden Einlagen aus gut leitendem Material, wie Kupfer, Blei oder Staniol gegeben, welche in sich geschlossen sind, oder man bringt diese Einlagen zwischen die Windungen, indem man den Draht selbst umhüllt oder einen blanken Kupferdraht neben dem isolirten Drahte einwickelt. Ferner macht man, um die Wirkung der Entmagnetisirung des Kernes zu schwächen, die Hülsen der Rollen selbst aus gut leitendem Material, insbesondere aus Kupfer, in sich geschlossen und von starken Wandungen.

Hewston und Garnett's Apparate zum Telegraphiren mit Inductionsströmen.

Der Geber, in welchem J. Hewston jun. in Mills Seminary Post Office, California, und L. A. Garnett in San Francisco (* D. R. P. Kl. 21 Nr. 34651 vom 8. April 1885) beim Telegraphiren mit Inductionsströmen die letzteren erzeugen wollen, besteht aus zwei wagerecht über einander liegenden Hufeisenmagneten, von deren Polen lothrechte, sich einander zuwendende, von hinter einander geschalteten Drahtspulen umgebene Polverlängerungen ausgehen; zwischen die Enden dieser Verlängerungen ragen die Polenden eines ebenfalls wagerecht liegenden Elektromagnetes hinein, so daſs bei den auf einander folgenden Unterbrechungen oder Umkehrungen eines durch diesen Elektromagnet gehenden elektrischen Stromes Inductionswechselströme in den Drahtspulen erzeugt werden. In dem Empfänger sind zwei Spulen neben einander mit ihren Kernen auf dem einen Pole eines (Hufeisen-)Magnetes befestigt und vor den Kernenden ist auf eine in der Mitte zwischen letzteren liegende lothrechte Achse ein weicher Eisenanker aufgesteckt, welcher durch die Telegraphirströme in Schwingungen versetzt wird, weil diese Ströme je nach ihrer Richtung die eine Spule stärker magnetisch machen als die andere.

H. Hambruch's Schrauben-Uhrfeder.

Für Uhrwerke hat H. Hambruch in Hamburg (* D. R. P. Kl. 83 Nr. 35568 vom 11. November 1885) als Triebkraft eine Schraubenfeder angegeben, welche beim Aufziehen der Uhr zusammengedreht wird und nachher durch Aufdrehen die Uhr betreiben soll. Das eine Ende der Schraubenfeder wird an den Uhrknopf befestigt, das andere Ende überträgt die Drehung durch ein Kegelräderpaar auf das groſse Triebrad.

W. Berg's Zupfmaschine für Polstermaterial.

Während bei den im Gebrauche befindlichen Zupfmaschinen für Polster- und Seilermaterial das Auflösen der Roſshaarstränge o. dgl. durch bewegte, mit Zähnen besetzte Trommeln oder Kämme erfolgt (vgl. Uebersicht 1880 236 * 207), findet bei der von Wilh. Berg in Berlin (* D. R. P. Kl. 73 Nr. 34949 vom 15. Oktober 1885) angegebenen Zupfmaschine ein Ausziehen des Fasermaterials ohne Zuhilfenahme solcher Organe statt. Die Maschine stellt sich als ein Streckwerk dar, bei welchem das hintere langsamer laufende Walzenpaar, um das Auseinanderziehen der mitunter langen Fasern zu gestatten, aus zwei auf einander liegenden endlosen Tüchern gebildet wird. Diese Tücher laufen über Walzen, welche durch Federn gegen einander gedrückt werden, so daſs der aufzulösende Faserstrang auf eine gröſsere Länge zwischen den Tüchern gehalten wird. Das vordere Walzenpaar ist geriffelt. Die Fasern (welche für diese Maschine nicht scharf zusammengedreht sein dürfen) werden hier nicht einzeln ausgeworfen, sondern treten aus der Maschine in Form eines lose zusammenhängenden Faserbandes aus, was für bestimmte Zwecke vortheilhaft sein kann.

G. Rouvier's Herstellung von Patronenhülsen aus Papiermasse.

Zur Herstellung von Patronenhülsen aus Papiermasse formt G. Rouvier in Paris (* D. R. P. Kl. 54 Nr. 35144 vom 19. September 1885) zuerst aus derselben ein Bodenstück und wickelt um dieses dann das Hülsenrohr. Der Teig aus gemahlenem Papierstoff wird auf einer Fläche ausgebreitet und demselben hier- auf durch Saugapparate und rollende Filzwalzen das Wasser entzogen. Die noch feuchte Schicht wird dann in Streifen zerschnitten und jeder Streifen zu