Text-Bild-Ansicht Band 261

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einem Hülsenrohre gewickelt. Die Bodenstücke werden in der Weise aus dem Papierteige geformt, daſs derselbe in einen mit zwei Kolben versehenen Hohlcylinder gepreſst wird. Der eine Kolben hat ebene, der andere kegelförmige Bodenfläche und man erhält zwischen diesen beiden Kolben ein cylindrisches Papierstück, welches auf einer Seite eine kegelförmige Vertiefung besitzt. Von dieser Seite wird das Hülsenrohr aufgesteckt und dann die fertige Papierpatronenhülse noch zwischen einem festen Cylinder und einer diesen umhüllenden federnden Stahlhülse gepreſst. Dabei kann der Druck dieser Hülse durch stellbare Klemmfutter geregelt werden. Die so hergestellten Patronenhülsen sollen durch Eintauchen in Collodium undurchlässig gegen Feuchtigkeit gemacht werden.

Zur Kenntniſs der vulkanischen Laven.

Nach L. Ricciardi (Comptes rendus, 1886 Bd. 102 S. 1484) hatten 2 Proben am 29. Mai d. J. vom Aetna ausgeworfener Asche (I bezieh. II), sowie ausgeflossene Lava (III) folgende procentische Zusammensetzung:

I II III
SiO2 49,97 49,33 48,45
P2O5 0,92 1,07 0,88
Al2O3 15,13 15,45 15,42
Fe2O3 3,72 3,41 2,36
FeO 10,28 10,12 13,20
MnO 0,31 0,36 0,42
CrO 0,06 0,08 0,13
CaO 9,85 10,03 11,12
MgO 3,81 3,56 4,87
K2O 1,94 1,78 0,91
Na2O 4,53 4,49 2,93
Glühverlust 0,35 0,41 0,17

Die Verbrennungswärme des Benzols.

Nach Versuchen von F. Stohmann (Journal für praktische Chemie, 1886 Bd. 33 S. 241) ist die Verbrennungswärme des flüssigen Benzoles 9949 bis 10041, im Mittel 9997c, des Benzoldampfes 10068 bis 10126, im Mittel 10096c.

J. Thomson (daselbst Bd. 33 S. 564. Bd. 34 S. 55) hält diese Zahl für zu niedrig.

Herstellung eines Düngemittels.

Als neues, vorzüglich wirkendes Düngemittel empfiehlt F. Barbe in Paris (Oesterreichisch-Ungarisches Patent Kl. 16 vom 5. November 1885) ein Gemenge von Sägespänen, Holzstoff u. dgl. mit syrupförmiger Phosphorsäure. An die Kosten dieses Düngemittels hat der Erfinder anscheinend nicht gedacht.

Ueber die Bestimmung des Schwefelgehaltes in Leuchtgas.

T. Fairley (Journal of the Society of Chemical Industry, 1886 * S. 283) verbrennt das zu untersuchende Gas in bekannter Weise, aber ohne Mitverwendung von Ammoniak, und läſst während des Versuches verdünnte Wasserstoffsuperoxydlösung durch den Glasthurm tropfenweise flieſsen. Dadurch wird alle Schwefligsäure oxydirt und man kann die gebildete Schwefelsäure durch Titration oder aber durch Fällung mit Chlorbarium bestimmen. (Vgl. 1864 171 * 127.)

Ueber Milchsäuregährung.

Die Milchsäuregährung wird nach G. Marpmann (Archiv der Pharmacie, 1886 Bd. 224 S. 243) nicht durch einen einheitlichen, über die ganze Erde verbreiteten Pilz hervorgerufen; vielmehr wurden in der frischen Milch aus der Umgegend von Göttingen 5 verschiedene Spaltpilze nachgewiesen, welche eine milchsaure Gährung in Milch und in Nährlösungen mit Zucker bewirken. Diese 5 Spaltpilze unterscheiden sich mikroskopisch durch ihre Form, makroskopisch durch ihre Reinkulturen und physiologisch durch die Art der Milchsäuregährung; endlich werden einige durch Aufkochen getödtet, andere nicht. Die saure Gährung der Milch wird wohl in der Regel durch das Zusammenwirken verschiedener