Text-Bild-Ansicht Band 261

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werden, woraus sich die Beziehung zwischen F, U und FU ergibt. Man findet, sofern aus Gleichung (2) der Werth von δ; aus (3) der Werth von u in die eben abgeleitete Gleichung eingesetzt wird:

. . . . . . . . . (4)

Ist der Rohrquerschnitt ein Kreis, so wird U = αD, F = ¼ αD2, mithin:

. . . . . . . . (5)

Erlaubt man sich die Annahme, daſs in der Praxis alle Gase, welche die Leitungen für metallurgische Zwecke durchströmen, denselben Dilatationscoefficient haben, so läſst sich eine allgemein gültige Tabelle für den Werth von

aufstellen, von welcher hier einige Werthe folgen:

Für t = 0°,
= 1 Für t = 400°
= 1,1980
50 = 1,0342 450 = 1,2153
100 = 1,0645 500 = 1,2308
150 = 1,0917 600 = 1,2621
200 = 1,1163 700 = 1,2896
250 = 1,1390 800 = 1,3152
300 = 1,1601 900 = 1,3389
350 = 1,1796 1000 = 1,3610.

Wenn also D, d.h. die Lichtweite des Rohres für das Gas von 0 Grad nach Formel (1) gerechnet ist, so läſst sich die Lichtweite D für jede beliebige höhere Temperatur in der einfachsten Weise und sehr rasch ermitteln. Selbstverständlich gilt die gefundene Beziehung auch dann, wenn statt der d'Aubuisson'schen Formel zur Berechnung von D irgend eine beliebige andere Gleichung verwendet wird.

Der polarisirte Doppelschreiber von Ed. Estienne in Paris.

Mit Abbildungen.

In dem Berichte über die auf der Wiener Elektricitäts-Ausstellung vorgeführten Neuerungen auf dem Gebiete der Telegraphie und Telephonie (vgl. 1883 250 * 395) ist bereits der polarisirte Schreibtelegraph von Ed. Estienne in Paris und seine eigenartige Schriftbildung1) erwähnt worden. Dieser Apparat, welcher damals in der französischen Abtheilung der Ausstellung in Bréguet'scher Ausführung vorgeführt war, ist seither von dem Erfinder in wesentlichen Theilen abgeändert worden.

1)

Obwohl Estienne auch jetzt noch für gewöhnlich bloſs zwei Schriftelemente – „Strich“ und „Halbstrich“ oder „Punkt“ – verwenden will und durch Ströme von gleicher Länge, aber verschiedener Richtung eine Steinheilschrift erzeugt, welche der Morseschrift bei Aufrechtstellung der sonst liegenden Striche an die Seite gestellt werden kann, hat er kürzlich vorgeschlagen, durch gelegentliche Anwendung längerer Ströme neben den kürzeren zu diesen beiden Schriftelementen von verschiedener Breite und gleicher Länge noch zwei weitere von größerer Länge und verschiedener Breite hinzuzufügen. Die Schrift würde dadurch wesentlich den Charakter einer Stöhrerschrift annehmen. Estienne will indessen diese vier Schriftelemente nicht als ganz gleichwerthig für die Schriftbildung behandeln, sondern dabei bleiben, in der eben angedeuteten Weise aus den beiden kürzeren ein die Morseschrift nachahmendes Alphabet zusammenzustellen und die beiden längeren Schriftzeichen nur für gewisse Zwecke, zu weiterer Abkürzung der Schrift, zu verwenden und dadurch die Leistungsfähigkeit seines Telegraphes noch zu erhöhen.