Text-Bild-Ansicht Band 261

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Höhe der erhabenen Stellen herstellen lassen, welche noch die feinsten Linien der Form zeigen. Die Pressung erfolgt auf bekannte Weise mit geheizten Formen und werden nur geschöpfte Papierbogen benutzt. Das Bindemittel ist eine Mischung von flüssigem Leim, Gyps, Schlemmkreide, etwas Siccativ und einigen Tropfen Schwefelsäure und es wird bei der Pressung immer die untere Papierlage mit dieser Mischung bestrichen. Dieses Bindemittel sichert den fertigen Preſsstücken namentlich eine groſse Härte. Die fertigen Preſsstüeke werden noch mit einer Schlemmkreidelösung bestrichen, um ein thonartiges Aussehen zu erlangen. Auch sollen die Preſsstüeke mit Atlasgewebe bei warmer Pressung und einem vorherigen Gelatineanstriche bezogen werden können.

J. Green's Behandlung von Schützentreibern mit Oel unter Druck.

Die von den Fabriken und Händlern gelieferten Schützentreiber aus Büffelleder, welche sehr trocken sind, müssen vor ihrem Gebrauche in den Webstühlen erst einen gewissen Grad von Geschmeidigkeit erlangen, zu welchem Zwecke die vorher durch Aufhängen völlig ausgetrockneten Schützentreiber 3 bis 6 Monate lang in Oel gelegt werden. Diese lange Zeit ist insofern als ein Nachtheil anzusehen, als der Weber so spät nach dem Kaufe erst ein Urtheil über die Brauchbarkeit der gekauften Waare erhält und genöthigt ist, gröſsere Vorräthe, in denen Kapital steckt, zu halten. Zur Beseitigung dieser Umstände schlägt James Green in Blackburn nach dem Textile. Manufacturer, 1886 * S. 286 diese Behandlung der Schützentreiber mit Oel unter starker Pressung vor. Die trockenen Schützentreiber werden dabei in einen dicht geschlossenen Cylinder gelegt, in welchem durch eine Pumpe Oel mit einem Drucke bis zu 30at gepreſst werden kann. Bei einem Versuche wurden Schützentreiber etwa 3 Minuten lang einem solchen Drucke ausgesetzt und zeigte sich beim Durchschneiden der Lederlagen eine vollkommene gleichmäſsige Sättigung mit dem Oele. Es wird jedoch empfohlen, lieber einen niederen Druck anzuwenden und denselben länger, etwa 1 bis 2 Tage lang, anhalten zu lassen. E. J. Scott in Blackburn liefert die betreffenden Apparate.

Atwater's Elektromotor für Eisenbahnbetrieb.

In seinem vorwiegend zum Betriebe von Eisenbahnfahrzeugen mittels Batterien oder Accumulatoren bestimmten Elektromotor (vgl. Reckenzaun 1886 260 * 305) wendet J. Bowman Atwater in Chicago (* D. R. P. Kl. 21 Nr. 35185 vom 21. Oktober 1884) auf senkrechter Achse ein Rad mit einer entsprechenden Anzahl von E-förmigen Ankerstücken an, welches durch eine Anzahl von im Kreise um die Achse angeordneten, wagerecht, jedoch mit den Schenkeln über einander liegenden Elektromagneten in Umdrehung versetzt wird. Die festliegenden Elektromagnete sind in zwei abwechselnd vom Strome durchflossene Gruppen getheilt, von denen jede wieder aus zwei sich gegenüber stehenden Abtheilungen gebildet wird, um eine gleichmäſsige Krafterzeugung am Rade zu beiden Seiten der Achse desselben zu erzielen. Bei der Drehung streifen die Ankerstücke mit den beiden Oeffnungen des E über die beiden über einander liegenden Pole der Elektromagnete hin, wobei jeder Pol auf 3 Flächen des Ankers wirkt; diese Pole aber sind nach der einen Seite hin zu gebogenen und etwas kegelförmig zulaufenden Polschuhen verlängert, welche jedoch an der Spitze weiter von der Kreisbahn, in welcher die Anker laufen, entfernt sind als an der Stelle, wo der Polschuh in den Schenkel übergeht. Der Stromwechsel zwischen den beiden Gruppen der Elektromagnete wird mittels eines auf der Achse angebrachten Commutators in dem Augenblicke bewirkt, wo die Anker bei der Drehung gerade zwischen die Kerne der Elektromagnete gelangt sind, von welchen sie bisher angezogen worden waren.

Gordon's Vertheilung elektrischer Ströme bei Beleuchtungsanlagen mit Centralstationen.

Wenn bei elektrischen Beleuchtungsanlagen mit Centralstellen der Strom durch Hauptleiter zunächst zu verschiedenen Bezirksstationen und von diesen aus erst den zu beleuchtenden Gebäuden zugeführt wird, so will J. E. H. Gordon in London (* D. R. P. Kl. 21 Nr. 34469 vom 5. März 1885) die elektromotorische