Text-Bild-Ansicht Band 261

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der Kohlenstab mit einer galvanischen Batterie in Verbindung gebracht, wodurch die Filtration bedeutend besser wurde. Auch bei Benutzung einer aus Kupfer und Zink hergestellten galvanischen Säule als Filter wurde eine ausgezeichnete Wasserreinigung sowohl in chemischer, als in bakteriologischer Hinsicht erzielt.

Bei allen Versuchen der Verfasser mit verschiedenen Filtermaterialien zeigt sich immer eine Verminderung der Härte nach der Filtration. Dies beruht darauf, daſs auch Eisenoxydhydrat und Zinkoxydhydrat, ähnlich wie Kalk, in Wasser gelöstes Calciumbicarbonat zersetzen. Es erklärt sich daher auch, daſs die Filter nach langem Gebrauche in ihrer reinigenden Wirkung abnehmen. Die Thatsache fand sich bei allen Versuchen bestätigt, daſs die Filter, welche am meisten chemisch reinigen, auch am meisten Mikroorganismen aus dem Wasser entfernen. (Vgl. 1878 228 421.) Salamon und Mathew machen Angaben über die Zahl der Organismen (Colonien), welche in 1cc Wasser vor und nach der Filtration nach dem Verfahren von Koch und Frankland gefunden wurden:

Vor der Filtration 1930 162
Nach der Filtration
Bei elektrischem Strome (Zinn-Elektroden) 1200 22
Durch Koke 18
Durch stark Eisen haltige Koke
Mit Zink- und Kupfersäule
Mit Eisen- und Kokesbatterie

Hermite's Verfahren zum Bleichen von Faserstoffen.

Mit Abbildungen auf Tafel 11.

Zum Bleichen von Faserstoffen will E. Hermite in Paris (* D. R. P. Kl. 8 Nr. 35549 vom 24. Oktober 1884) eine Chlormagnesiumlösung von 16° B. verwenden, welche elektrolytisch zerlegt wird. Ueber den damit gefüllten, aus Cementmauerwerk hergestellten Küpen A (Fig. 15 Taf. 11) befindet sich ein Holzgestell mit Walzen B, welche durch Schnecken s getrieben werden. Träger S sollen die Walzen mit den zu bleichenden Stoffen (Garnsträhne oder Gewebewickel) aufnehmen. Die negative Elektrode besteht aus einer Zinkplatte C (Fig. 13) mit angelöthetem Kupferstreifen c und zwei Löchern an den Enden für die Verbindungsbolzen t. Die positive Elektrode (vgl. Fig. 12 Taf. 11) besteht aus einer Platinplatte D, welche von einem Holzrahmen umgeben und an einem Ende mit einem Kupferstreifen d verlöthet ist; letzterer wird mit dem Hauptleiter verbunden. In dem Rahmen und rund um den Kupferstreifen d befindet sich ein hohler Raum, in welchen man Schwefel eingieſst, welcher die Löthung vollkommen isolirt und sie unangreifbar macht. Der übrige Theil des Kupferstreifens d wird durch einen Kautschuküberzug isolirt.

Die Kupferstreifen der einzelnen Elektroden sind mit den Hauptleitern b bezieh. b1 (vgl. Fig. 14 Taf. 11) verbunden. Das Rohr T führt