Text-Bild-Ansicht Band 261

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dessen Abmessungen der Oeffnung eines Kettengliedes entsprechen. Nachdem der rechteckige Kopf des Bolzens in das Kettenglied eingeführt ist, wird der Bolzen um 90° um seine Achse gedreht und sitzt dann fest in der Kette.

Fig. 1., Bd. 261, S. 182
Fig. 2., Bd. 261, S. 182

Damit nun die Kette ohne Ende nebst Anschlagkette, selbst bei etwaigem Schlingern der letzteren, zwischen den Rollen sicher durchgehen könne, wird die Kettenunterstützung aus zwei gegen einander geneigten, der Kettenform entsprechend abgedrehten Rollen gebildet, deren Achsen in einem gemeinsamen guſseisernen Stuhle gelagert sind. Während bei der sonst üblichen Anschlagmethode mittels auf den Hund gesteckter Kettengabel beim Durchlaufen der Stelle einer Tragrolle Hund und Kette sich eine Zeit lang unabhängig von einander fortbewegen, bleibt bei der beschriebenen Einrichtung das Fördergefäſs beständig mittels der Anschlagkette mit der Hauptkette verbunden.

Ausdehnsamer federnder Gelenkbolzen.

Für solche Fälle, wo die Abnutzung und das ungenaue Einpassen von Gelenkbolzen sich besonders nachtheilig bemerkbar macht, wie bei Gelenkketten, bei Gelenkstangen-Verbindungen u. dgl., geht der von der Société Gautier, Pozzy et Co. in Paris (* D. R. P. Kl. 47 Nr. 35290 vom 6. Oktober 1885) gemachte Vorschlag dahin, an Stelle der vollen Bolzen dicht gewundene Spiralfedern zu verwenden. Ein der Kraftäuſserung entsprechend dickes und der Lochtiefe entsprechend breites Stahlband wird cylindrisch aufgewickelt und das äuſsere Ende etwas zugeschärft, um eine vollkommenere Rundung zu erhalten, und das innere Ende dagegen hakenförmig eingebogen, letzteres zu dem Zwecke, um das Aufwinden des Bandes zur Durchmesserverringerung beim Einsetzen und Herausnehmen leicht mittels eines geschlitzten Bolzens vornehmen zu können.

Manometer-Probirvorrichtung.

Ein in der Hauptwerkstätte Simmering der Oesterreichisch-Ungarischen Staatsbahn-Gesellschaft hergestellter und auf der Landesausstellung in Budapest 1885 vorgezeigter Apparat zur Erprobung der richtigen Druckanzeige von Manometern besteht nach dem Organ für die Fortschritte des Eisenbahnwesens, 1886 * S. 7 aus einer Druckpumpe mit einem T-förmigen Rohransatze, auf welchen vier zu prüfende Manometer gleichzeitig aufgesetzt werden können. Als Controlmanometer dient ein aus 8 Hebermanometern zusammengesetztes offenes Manometer, dessen Röhren unten mit Quecksilber, oben mit Glycerin gefüllt sind. Die Kolbenstange der Druckpumpe ist mit Schraubengewinde versehen und wird durch eine Mutter langsam vorgeschoben, welche ihrerseits durch ein Schneckenrad mit Schnecke in stetige Umdrehung versetzt wird. Der Betrieb erfolgt durch Elementarkraft mittels Riemenscheibe auf der Schneckenwelle.

Gemäſs der Construction des Apparates erzeugt der Druck von 1at auf das Quecksilber eine Steigung von 760 : 16 = 47,5 + 2mm (letzteres für Reibung und Gegendruck des Glycerins) = 49mm,5. (Vgl. Ruchholz u.a. 1883 247 * 21.)

Neue Art der mehrfachen Telephonie.

In der Lumière électrique, 1886 Bd. 20 S. 97 bespricht Maurice Leblanc eine neue Lösung der Aufgabe: „Eine Einrichtung anzugeben, mittels welcher von einer beliebigen Anzahl von Fernsprechstellen A1, A2, B1, B2, C1, C2 u.s.w., welche in dieselbe Leitung hinter oder neben einander eingeschaltet sind, gleichzeitig A1 mit A2 B1 mit B2, C1 mit C2 u.s.w. sprechen kann.“ Diese Aufgabe lieſs sich zwar als gleichzeitige mehrfache Telephonie nach Art des harmonischen Telegraphen von Elisha Gray (vgl. 1877 225 * 46) lösen, wobei Leblanc mit Stimmgabeln zum Ziele zu kommen hofft, welche mindestens 6000 bis 7000 Schwingungen in der Secunde machen, damit ihr eigener Ton nicht hörbar sei. Doch gibt Leblanc der absatzweisen mehrfachen Telegraphie den Vorzug und will dabei nicht (wie B. Meyer, Baudot u.a., vgl. 1883 250 * 307) in der am nächsten liegenden Weise die verschiedenen Telephonpaare durch den Vertheiler in regelmäſsiger Abwechselung an die Leitung zu legen, sondern