Text-Bild-Ansicht Band 261

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Ueber Neuerungen an Regulatoren für Dampfmaschinen.

(Patentklasse 60. Fortsetzung des Berichtes Bd. 259 S. 433.)

Mit Abbildungen auf Tafel 12.

Um den Raumbedarf der Theile eines Centrifugalregulators möglichst zu vermindern, wollen Wm. Platz Söhne in Weinheim i. B. (* D. R. P. Nr. 33473 vom 16. Juni 1885) die Schwunggewichte so gestalten, daſs sie, wie aus Fig. 1 Taf. 12 zu entnehmen, um eine im Kopfe der Regulatorspindel angebrachte Achse sich drehen können und im zusammengeklappten Zustande eine zweitheilige Kapsel von der Form eines Drehkörpers bilden, in dessen Innerem das Belastungsgewicht und die Gelenke, welche dieses mit den Schwunggewichten verbinden, untergebracht sind.

Steph. Quast in M.-Gladbach (* D. R. P. Nr. 33449 vom 27. Mai 1885) will bei seinem Centrifugalregulator mit indirekter Uebertragung auf die innere Steuerung (vgl. 1883 247 * 234) durch die in Fig. 2 Taf. 12 ersichtliche Verbindung des Belastungsgewichtes a mit dem Muffe b bezwecken, daſs beim Stillstellen der Dampfmaschine die Steuerung stets auf den gröſstmöglichen Füllungsgrad durch den Regulator gestellt wird, hierbei aber der Muff von dem Gewichte a nicht belastet ist, so daſs das Anlassen der Maschine bei dem gröſsten Füllungsgrade leicht erfolgen kann; der Regulator stellt sich dann aber sofort auf eine kleinere, der Belastung der Maschine entsprechende Füllung ein. Hierzu ist das Gewicht a auf dem Muffe b verschiebbar angeordnet und ruht auf diesem, bis beim Stillstehen der Maschine die Kugeln in die punktirt angegebene tiefste Lage sinken; dann setzt sich das Gewicht a auf den Ansätze der Regulatorspindel und die Feder e drückt den Muff b noch weiter abwärts, so daſs die gröſste Füllung eingestellt wird. Beim Anlassen der Maschine wird der entlastete Muff sofort wieder in die Höhe steigen.

Zur Verstärkung der Wirkung eines auf eine Drosselklappe unmittelbar einwirkenden Centrifugalregulators bringen W. Collamore in Warren und W. Ackroyd in Bradford (* D. R. P. Nr. 34985 vom 14. Oktober 1885) ein Hilfsgewicht g (Fig. 7 Taf. 12) mit dem Gewichtsmuffe b in Verbindung. Hierzu ist mit letzterem eine abwärts gerichtete Zahnstange z verbunden, welche in einen am Gestelle des Regulators drehbar gelagerten Zahnbogen z1 eingreift. Auf der Achse desselben sitzt ein Hebel, der an seinem Ende das Gewicht g trägt. In der Mittellage des Muffes b steht der Hebel lothrecht, das Gewicht g übt also keine Wirkung aus; heben oder senken sich die Schwungkugeln und damit der Muff b aus der Mittellage, so wird der Zahnbogen z1 bewegt und entsprechend dreht sich der belastete Hebel nach links oder rechts, so daſs das Hilfsgewicht mit wachsendem Hebelarme im ersten Falle dem Belastungsgewichte entgegen wirkt, im zweiten Falle dasselbe verstärkt. Diese Einrichtung wird von Pollit und Wigzell in Sowerby Bridge, England, ausgeführt.