Text-Bild-Ansicht Band 261

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Gegengewicht N zu halten; dieses senkt sich und die Ventile V1, V2 werden geschlossen. Der noch in der Kugel G befindliche Dampf wird sofort niedergeschlagen und wegen der entstehenden Luftleere füllt sich die Kugel G nach Oeffnung des Ventiles S mit Speisewasser aus der Leitung S1 bis zu dem Augenblicke, wo das überwiegende Gewicht der Kugel G hinreicht, das Gegengewicht N zu überwinden und abermals die Ventile V1, V2 zu öffnen. Das Ventil S schlieſst sich dann sofort, das über dem mittleren Wasserstande in G befindliche Wasser läuft nach dem Kessel ab, ergänzt das durch Verbrauch abgegangene Wasser und der Apparat bleibt so lange in dieser Ruhestellung, bis abermals dasselbe Spiel durch Sinken des Wasserstandes beginnt. An Stelle der biegsamen Rohre R1 und R2 sollen auch steife Rohre mit gelenkigen Verbindungen angewendet werden.

Zweckmäſsig dürfte bei diesem Apparate auch die Anbringung von Schrauben Behufs Reinigung der Rohre R1 und R2 sein.

(Schluſs folgt.)

A. Oberegger's Dampfkessel.

Mit Abbildungen auf Tafel 15.

Der Dampfkessel von A. Oberegger in Wien (* D. R. P. Kl. 13 Nr. 33242 vom 3. April 1885) kennzeichnet sich durch die Verwendung mehrerer Oberkessel, welche mit einer Anzahl Unterkessel in der Weise verbunden sind, daſs letztere an einem oder an beiden Enden mit Querkesseln in Verbindung stehen, von denen aus Rohrstutzen nach den Oberkesseln führen. Fig. 13 und 14 Taf. 15 zeigen eine solche Kesselanlage im Längs- und Querschnitte. Bei derselben sind 3 Oberkessel O und ebenso viele Unterkessel U angeordnet; letztere stehen an ihren Enden durch die Querkessel Q und R, mit den Oberkesseln aber durch die Stutzen S und S1 in Verbindung. Ein quergehender Dampfsammler D liegt endlich noch, durch 3 Stutzen damit verbunden, über den Oberkesseln. Die Stutzen S, S1 sind in schräger Richtung und excentrisch gegen die Querkessel angebracht, so daſs das durch dieselben herabsinkende kältere Wasser in den Querkesseln immer eine lebhafte Bewegung verursacht. Kommen kegelförmige Stutzen in Anwendung, deren weiteres Ende nach oben steht, so erlangt man den weiteren Vortheil, daſs die Geschwindigkeit der in den Stutzen aufsteigenden Dampf- und Wassermengen abnimmt, also stürmische Bewegungen der Wasseroberfläche vermieden werden. Damit Spannungsunterschiede in den Oberkesseln O, wie solche häufig auftreten, sich rasch ausgleichen können, wird den Stutzen wenigstens 400mm Durchmesser gegeben. Die Durchmesserverhältnisse der Unter- und Querkessel zu jenen der Oberkessel werden mit Vortheil so gewählt, daſs, der Durchmesser der Oberkessel O als Einheit gesetzt, jener der Unterkessel U 0,5 bis 0,75, jener des Querkessels Q 1,5 und endlich jener des Querkessels R 0,75 bis 1 beträgt.