Text-Bild-Ansicht Band 261

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Orme's Zählwerke für Spinnerei- und andere Maschinen.

Mit Abbildungen auf Tafel 16.

Die bisher bei Spinnerei- und anderen Maschinen benutzten Zählscheiben, bei welchen durch die Zahl der Umdrehungen einer Welle, z.B. der Zuführcylinder, die Leistung der Maschine angegeben wird, haben den Nachtheil, daſs sie für höhere Zahlen nicht ausreichen und, wenn dieselben doch für solche eingerichtet werden, eine zweifelhafte Bestimmung von Bruchtheilen der Einheitszahl zulassen. In Spinnereien, wo oft Jahr aus, Jahr ein auf einer Maschine die gleiche Nummer gesponnen wird, ist es leicht, aus der Umdrehungszahl des Zuführcylinders auf die Leistung der Maschine zu schlieſsen, und kann die von dem Zuführcylinder durch Schneckengetriebe gedrehte Zählscheibe gleich so eingetheilt sein, daſs der fest stehende Zeiger die Zahl der gesponnenen Garnstränge angibt. Zum genauen Ablesen der Zeigerstellung bedarf es jedoch bei solchen Zählscheiben einer genaueren Beobachtung, während Zählwerke mit absetzend bewegten Zifferseheiben die Zahl deutlich und unzweifelhaft angeben. Die Benutzung von Zählwerken der letzteren Art scheiterte bei Spinnereimaschinen wohl daran, daſs es bei denselben üblich ist, die absetzende Bewegung der Zifferscheiben von der fortlaufenden Drehung eines Wellenzapfens abzuleiten und Stockungen beim Ausrücken der Maschine nicht vorkommen dürfen.

Mit den von G. Orme und Comp. in Oldham ausgeführten Zählwerken scheinen die Uebelstände der fortlaufend bewegten Zahlenscheiben mit den Uebelständen bei der absetzenden Bewegung der Zifferscheiben vermieden zu sein und dürften deshalb diese Zählwerke auch für andere als Spinnereimaschinen Bedeutung haben.

Fig. 13 und 14 Taf. 16 veranschaulichen nach dem Textile Manufacturer, 1885 * S. 551 die Einrichtung eines Zählwerkes für Vorspinnbänke. Die Schnecke A treibt das Rad B, welches lose auf einer Achse drehbar und mit einer Scheibe C verbunden ist, die an einer Stelle eine Zahnlücke O besitzt. Oberhalb dieser Scheibe ist auf einer Parallelachse ein Rädchen D lose drehbar, welches zur Hälfte 8, zur Hälfte 4 Zähne besitzt. Der 8 zähnige Kranz des Rades D greift in ein Rad E mit 20 Zähnen, welches die erste Zifferscheibe G trägt. Die Theilung der Zähne des Rades D ist so bemessen, daſs zwischen 2 Zähne des 4 zähnigen Kranzes der Umfang der Scheibe C tritt und so eine Drehung des Rädchens D hindert. Kommt aber bei der Drehung der Scheibe C die Zahnlücke O unter das Rädchen D. so wird dasselbe um 2 Zähne mitgenommen und folglich das Rad E um 2 Zähne gedreht, wodurch die Zifferscheibe G um eine Ziffer weiter rückt. Die Bewegung der zweiten Zifferscheibe G2 erfolgt von der mit der Scheibe G verbundenen, wieder mit nur einer Zahnlücke O1 versehenen Scheibe C1 aus auf die gleiche Weise u.s.f. Die Zähnezahl des Rades B ist so gewählt, daſs