Text-Bild-Ansicht Band 261

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dieses Armes wird mittels Sternrad und Schraubenspindel ein kleiner Schlitten, in welchem der Stahl steckt, nach radialer Richtung verstellt. Diese Vorrichtung ist derjenigen ähnlich, welche schon seit längerer Zeit bei den Maschinen zum Abstechen der Anguſsköpfe an Locomotivcylindern verwendet wird. Auch an Horizontalbohrmaschinen findet man solche Vorrichtungen angewendet.

Zum Abstechen von Rundstäben und Röhren empfiehlt Phillips eine kleine, einfache Maschine, bei welcher die arbeitenden Theile auf einem Hohlguſsgestelle mit rechts vorragendem Arme angeordnet sind. In einem langen Halslager am Kopfe des Gestelles dreht sich die Hohlspindel mit Spannkopf und breiter Stufenscheibe. Der Arm des Maschinengestelles besitzt Prismaführung, auf welcher sich ein kleiner Werkzeugträger verschiebt. An diesem ist ein kleiner Stellarm angebracht, durch welchen die Länge der abzustechenden Stücke bestimmt wird. Sofern die Maschine zu anderen Zwecken verwendet wird, kann dieser Stellarm zurückgedreht oder ganz abgenommen werden.

Bogenlampe von Buſs, Sombart und Comp. in Magdeburg.

Bei der von Buß, Sombart und Comp. in Magdeburg (* D. R. P. Kl. 21 * Nr. 34336 vom 22. April 1884 angegebenen Bogenlampe wird die Bildung des Lichtbogens und der Nachschub der Kohlen durch drehbare Elektromagnete bewirkt, welche vor festen Elektromagneten so angeordnet sind, daſs zufolge der durch die Anziehung der entsprechenden Pole verursachten Drehung der beweglichen Magnete in der einen oder anderen Richtung ein Entfernen der Kohlen von einander zur Lichtbogenbildung bezieh. ein Auslösen des vom oberen Kohlenhalter zu bewegenden Räderwerkes und somit ein Sinken dieses Kohlenhalters eintritt. Das Patent bezieht sich im Besonderen auf eine bestimmte Form der Polschuhe, durch welche eine zu plötzliche und ruckweise Thätigkeit der regulirenden Elektromagnete verhindert werden soll. Die feststehenden Elektromagnete A sind nämlich je mit zwei gleichen Polstücken in Form von vorspringenden Zapfen a1, a2 versehen, während die Polstücke c und d der beweglichen Elektromagnete B von einander abweichende Formen haben.

Textabbildung Bd. 261, S. 274

Das Polstück c bildet einen vierkantigen oder runden Kopf, der sich dem Zapfen a1 gegenüber befindet, während d einen nach einer bestimmten Curve gekrümmten Schnabel darstellt, welcher sich über dem Zapfen a2 bewegt. Bei dieser Anordnung verlaufen die Magnetkraftlinien beim Durchgange des Stromes durch die Elektromagnete zwischen den Polstücken c und a1 tangential zur Bewegungsrichtung des Poles c, diejenigen zwischen den Polstücken d und a1 dagegen senkrecht zur Bewegungsrichtung des Poles d. Die tangentialen Kraftlinien treten als wirksames, die normalen dagegen als hemmendes Mittel auf. Die Elektromagnete sind so geschaltet, daſs das eine im Hauptstrome liegende und die Bildung des Lichtbogens bewirkende Elektromagnetenpaar entgegengesetzt gewickelt ist wie das im Nebenstrome liegende, den Nachschub der Kohle regelnde Paar.

Lichtenhainer Bier.

Das in Jena so beliebte Lichtenhainer Bier ist bekanntlich sehr trübe und wird daher aus hölzernen Kannen getrunken. Nach J. Herz (Repertorium für analytische Chemie. 1886 S. 391) enthielt dasselbe in 100 Theilen:

Alkohol 3,02
Extract 3,22
Ursprüngl. Extract 9,16
Vergährungsgrad 64,85
Asche 0,128
Säure = Milchsäure 0,2376
Zucker (Maltose) 0,66
Dextrin 1,42.

Der Bodensatz enthält verschiedene Hefeformen, Essig- und Milchsäurepilze, Getreidereste sowie Krystalle von oxalsaurem Calcium. Anscheinend wird bei der stürmischen Gährung ein Theil der Milchsäure zu Oxalsäure weiter oxydirt. Es ist bemerkenswerth, daſs das Bier, trotz der verhältniſsmäſsig groſsen Mengen Hefe, Spaltpilzen und Oxalsäure gern getrunken wird.