Text-Bild-Ansicht Band 261

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Sesamöl läſst sich durch Rothfärbung mit Salzsäure und Zucker nachweisen.

J. J. Coleman (daselbst * S. 359) schlägt vor, die Oele zur Bestimmung der Zähflüssigkeit (Viscosität) in eine Pipette einflieſsen zu lassen. Das Oel wird in einem cylindrischen Glasgefäſse auf die gewünschte Temperatur erwärmt. Dann bringt man eine oben durch den Finger verschlossene Pipette bis zu bestimmter Tiefe in das Oel und beobachtet die Zeit, welche zur Füllung der Pipette nothwendig ist. Auf diese Weise wird die Einhaltung einer bestimmten Temperatur, welche bei der Viscositätsbestimmung nach dem gewöhnlichen Verfahren ziemlich schwierig ist, bedeutend erleichtert.

Ch. J. Ellis berichtigt daselbst S. 361, daſs vor ihm auch schon Maumené die Temperaturerhöhung beim Behandeln von Oelen mit Schwefelsäure zur Bestimmung der Zusammensetzung von Oelgemischen benutzt hat. Maumené hat jedoch nur sehr wenige Versuche in dieser Richtung angestellt. Zur Verlangsamung der Reaction mit Schwefelsäure setzt Maumené Olivenöl zu. Ellis hat einen Zusatz von Mineralöl als noch viel vortheilhafter gefunden. Auch auf die Wichtigkeit der Einhaltung bestimmter Temperaturgrenzen hat erst Ellis hingewiesen.

[Kleinere Mittheilungen.]

Anthon's Maschine zur Herstellung sogen. Holzwolle.

Die von Anthon und Söhne in Flensburg (* D. R. P. Kl. 38 Nr. 35166 vom 1. September 1885) angegebene Maschine zur Erzeugung von Holzwolle (vgl. Baumann 1885 257 * 177) arbeitet beim Vorwärts- und Rückwärtsgange. Hierbei können verschieden breite Holzfasern erzeugt werden, ohne daſs es nöthig ist, die zur Verwendung kommenden Ritzmesser für jeden einzelnen Grad von Feinheit auswechseln und durch dickere oder dünnere ersetzen zu müssen.

Textabbildung Bd. 261, S. 313

Um dies zu erreichen, sind zwei oder mehrere Reihen Ritzmesser r hinter einander, aber seitlich etwas versetzt angeordnet. Demgemäſs werden diese Messer je nach ihrem parallelen Abstande von einander mehr oder weniger feine Fasern abtheilen. Die Stellung der Messer und damit die Faserbreite ist durch Schrauben zu regeln. Die Hobelmesser m bewirken das Abschneiden der getheilten Fasern und zwar arbeitet das eine dieser Messer beim Vorgange, das andere beim Rückgange des Messerschlittens. Das Holz liegt auf dem Arbeitstische fest.

Schutz von Holz gegen Feuchtigkeit.

Um Holz, z.B. Messergriffe, Stöcke u. dgl., gegen Feuchtigkeit zu schützen, werden nach J. Leiter in Wien (D. R. P. Kl. 38 Nr. 35832 vom 28. November 1885) die fertig gestellten, gut getrockneten Holzgegenstände mit dem zur Herstellung von Hartgummi dienenden Gemenge überzogen und dieses dann hornisirt.

Herstellung gelochter Glasscheiben und deren Verwendung zu Lüftungszwecken u. dgl.

Die Glashütte der Gebrüder Appert liefert nach den Annales industrielles, 1886 Bd. 2 S. 27 gelochte Glasscheiben in zwei Mustern, von denen das eine 3,2 bis 3mm,5 dick und mit 5000 Löchern auf 1qm versehen ist, während das zweite 5mm Dicke hat und auf 1qm 2900 Löcher enthält; letztere sind kegelförmig