Text-Bild-Ansicht Band 261

Bild:
<< vorherige Seite

Stich erzielen kann. Die Menge des Zinkweiſszusatzes, sowie die Wahl des Farbstoffes richtet sich nach der Sorte Elfenbein, welche man nachmachen will. Nachdem jede Masse für sich zwischen Walzen so lange verarbeitet worden, bis sie die geeignete Zähigkeit angenommen hat, was etwa 30 Minuten erfordert, werden die Walzen auf eine Entfernung von etwa 1mm,5 eingestellt und die noch warme Xylonitmasse auf dünne Platten ausgewalzt. Eine gröſsere Anzahl solcher Platten aus beiden Massen wird abwechselnd über einander gelegt und durch Pressen oder Walzen unter Beihilfe von Wärme zu einem Blocke vereinigt, aus welchem man dann, wie aus Elfenbein, die verschiedenartigsten Gegenstände erzeugen kann.

Herstellung von Asphaltmastix.

Zur Herstellung von Asphaltmastix werden nach A. L. Barber in Washington (Oesterreichisch-Ungarisches Patent Kl. 80 vom 7. März 1886) 70 bis 80 Th. fein gemahlener trockener Kalkstein mit 30 bis 20 Th. eines Gemisches von 80 Th. gereinigtem Trinidad-Asphalt und 20 Th. Erdölrückständen gemengt. (Vgl. Lortzing 1884 251 231. 1885 256 95.)

Verfahren zum Entzinnen von Weiſsblechabfallen.

Nach Angabe des Vereins chemischer Fabriken in Mannheim (D. R. P. Kl. 40 Nr. 36205 vom 25. August 1885) werden die Weiſsblechabfälle bei etwa 400° mit wasserfreier gasförmiger Salzsäure behandelt. Es entsteht hierbei Zinnchlorür und Wasserstoff nach der Gleichung: Sn + 2HCl = SnCl2 + 2H. Das gebildete Zinnchlorür destillirt bei dieser Temperatur ab und wird weiter verarbeitet.

Verfahren zur Darstellung von Blutdünger.

Nach v. Stein in Gr.-Kochberg bei Rudolstadt (D. R. P. Kl. 16 Nr. 36094 vom 11. Juli 1885) wird eine durch Mischen von frischem Schlachtblut, saurem Kaliumphosphat, Kaliumcarbonat, Chilisalpeter und Blutmehl erhaltene Masse mit Mischungen, bestehend aus Dextrin und Kaliummagnesiumsulfat einerseits und wasserlöslichem Natriumsilicat andererseits innig vermengt, getrocknet und vermählen. (Vgl. A. Müller 1886 259 55.)

Ueber die Gährung des Zellstoffes.

F. Hoppe-Seyler (Zeitschrift für physiologische Chemie, 1886 S. 201) findet, daſs die Entwicklung von Methan und Kohlensäure in feuchtem Erdboden, welcher Pflanzenreste enthält, namentlich bei Temperaturen über 18° lebhaft ist, während unter 8° keine Gasentwickelung mehr beobachtet wurde. Da die Gasentwickelung durch Erhitzen über 60° und durch Zusatz gährungsfähiger Stoffe dauernd verhütet wird, so liegen hier Gährungserscheinungen vor.

Hoppe-Seyler erwähnt, daſs das Vorhandensein entzündbarer Luft in Steinkohlenflötzen und ihr Ausströmen bei der Gewinnung der Steinkohle, sowie das Ausströmen entzündlicher Gase aus Sümpfen, Seen u. dgl. bereits im vorigen Jahrhunderte in weiteren Kreisen bekannt war, schon vor dem Briefe von Alexander Volta an seinen Freund, den Pater Campi, vom 14. November 1776, welcher diesen Gegenstand behandelt; doch ist Volta als der eigentliche Entdecker dieser Naturerscheinung anzusehen, um so mehr, als er zum ersten Male die chemischen Eigenschaften des entwickelten Gases untersucht und dabei gefunden hat, daſs dasselbe in bestimmten Volumenverhältnissen mit atmosphärischer Luft gemischt werden muſs, um eine möglichst starke Explosion bei der Entzündung der Mischung zu bewirken. Auch hat Volta festgestellt, daſs diese entzündbare Luft nicht bloſs in unter Wasser stehendem Lande, sondern auch in solchem Boden sich entwickelt, welcher nur sehr wenig vermodernde Pflanzenstoffe enthält; er erkannte ihr Fehlen in solchem Boden, der keine organischen Stoffe einschlieſst, und ihr reichliches Vorkommen in jeder Erde, welche an pflanzlichen und thierischen Resten reich ist.

Ueber die Herstellung von fester kaustischer Soda.

Nach Mittheilungen von G. E. Davis im Journal of the Society of Chemical Industry, 1886 S. 351 wurden gleichzeitig mit den von P. Hart erwähnten Versuchen