Text-Bild-Ansicht Band 261

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Ueber Neuerungen an Pumpen.

(Patentklasse 59. Fortsetzung des Berichtes Bd. 259 S. 477.)

Mit Abbildungen auf Tafel 21 und 24.

Eine fast beständige Förderung bei einer einfach wirkenden Pumpe mit nur einem Kolben erzielt J. Losenhausen in Düsseldorf (* D. R. P. Nr. 34874 vom 20. September 1885) durch eine Bewegung des Kolbens mittels absetzender Daumenscheibe. Wie aus Fig. 1 Taf. 21 zu entnehmen ist, findet zwischen Kolben und dem Bewegungsmittel für denselben keine zwangläufige Verbindung statt, sondern der Kolben a wird gegen die Daumenscheibe d durch eine unter einen vorspringenden Bund gelegte Feder b gedrückt. Der durch die ansteigende Form der Daumenscheibe langsam ausgeschobene Kolben drückt dabei die vorher angesaugte Flüssigkeit fort und es findet, während der Kolben über den Ansatz der Daumenscheibe abschnappt, in sehr kurzer Zeit das Ansaugen statt.

Die Pumpe ist namentlich zur langsamen und beständigen Einführung einer Flüssigkeit in unter Druck stehende Gefäſse, wie z.B. der Lösungen von Gegenmitteln gegen Kesselstein u. dgl., bestimmt. Losenhausen benutzt die Pumpe besonders in seinem ununterbrochen wirkenden sogen. Victoria-Schmierapparate für Dampfmaschinen. Die Daumenscheibe erhält dann eine von einem bewegten Theile der Dampfmaschine abgeleitete Schaltbewegung und der Kolben drückt das Oel tropfenweise in die Dampfzuleitung (vgl. Mollerup 1883 250 * 100).

Bei Preſspumpen wird vielfach die Ausrückung bei einem bestimmten erreichten Drucke durch Anheben des Saugventiles bewerkstelligt. Hierbei treten, da diese Ausrückung im Augenblicke der Kolbenumkehr plötzlich stattfindet, heftige Stöſse auf und bringt deshalb A. L. G. Dehne in Halle a. S. (* D. R. P. Nr. 34750 vom 3. September 1885) das Zuhalten des Saugventiles in Vorschlag.

An einer beliebigen Stelle des Druckrohres oder am Windkessel einer Pumpe wird, wie in Fig. 2 Taf. 21 veranschaulicht ist, eine durch einen Kolben b oder eine Membran verschlossene Oeffnung a angebracht. Der Kolben b ist durch den Hebel d und das Gewicht e aus auswechselbaren Scheiben belastet. Bei einer bestimmten, von dieser Belastung abhängigen Pressung im Druckrohre bezieh. Windkessel tritt eine Bewegung des Kolbens nach auſsen hin ein, welche durch den Hebelarm f in der Weise auf das Saugventil g übertragen wird, daſs letzteres auf seinem Sitze festgehalten wird. So lange also der Druck im Windkessel nicht unter die durch das Gewicht e bestimmte Grenze fällt, bleibt das Saugventil g geschlossen und die Pumpe geht leer, indem sich beim Saugen im Cylinder eine Luftverdünnung bildet.

Bei doppelt wirkenden Pumpen wird diese Einrichtung an beiden Säugventilen angebracht oder auf ein gemeinsames Saugventil übertragen.

H. A. Hülsenberg in Freiberg, Sachsen (* D. R. P. Nr. 35108 vom