Text-Bild-Ansicht Band 261

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k geöffnet, so entsteht ein von oben nach unten im Kessel a gerichteter Luftstrom, welcher auch den noch aus dem Kessel w aufsteigenden Dampf gleich seitlich abführt. Es wird also eine weitere Durchnässung der Gegenstände während der Lüftung nicht mehr stattfinden und die Lüftung wird eine gewisse Trocknung herbeiführen.

Für gröſsere Stücke wollen Rietschel und Henneberg diesem Desinfectionsapparate die in Fig. 14 Taf. 23 veranschaulichte Ausführung geben. Hierbei ist wie bei den meisten neueren Desinfectionsapparaten (vgl. Uebersicht 1886 260 * 402) ein von beiden Seiten von einem Wagen für die Gegenstände befahrbarer viereckiger Raum a hergestellt, welcher durch die von den Heizgasen einer gewöhnlichen Feuerung p durchzogenen Rippenrohre l erwärmt wird. Unter dem Desinfectionsraume ist der mit einem Dampfabzugrohre h versehene Wasserkessel b angeordnet, welcher gleichfalls von den Heizgasen der Feuerung p bespült wird. In der Decke C des Kessels b sind Ventile d vorgesehen, welche alle gleichzeitig durch an einer Achse sitzende Hebel geöffnet werden können, worauf der Dampf in den Desinfectionsraum a treten kann. Es ist also auch bei diesem Apparate das Desinfectionsverfahren durch strömenden Wasserdampf und darauf folgende trockene Hitze in genau derselben Weise wie bei O. Schimmel (vgl. 1883 247 * 78. 1886 260 403) durchzuführen, welches Verfahren sich bisher auch als das zweckentsprechendste bewährt hat. Durch einen Schieber i kann bei dem Apparate Fig. 14 während der Wirkung der trockenen Hitze die Dampfentwickelung im Kessel b aufgehalten werden, indem beim Oeffnen dieses Schiebers die Heizgase unmittelbar in die Rippenrohre l gelangen.

Ueber die Texturveränderungen des Stahles bei Erhitzung und bei Abkühlung; von J. A. Brinell.

In Stahl und Eisen, 1885 * S. 611 sind die Ergebnisse von Versuchen über die Texturveränderungen des Stahles bei Erhitzung und bei Abkühlung mitgetheilt, welche J. A. Brinell in Jernkontorets Annaler veröffentlicht hat.

Brinell spricht sich dahin aus, daſs die Wirkungen des Härtens sowohl in Bezug auf Texturveränderung, als auch auf den Uebergang. der Kohle aus Cement- in Härtungskohle, eine unmittelbare Folge der Erhitzung an und für sich und somit nur eine mittelbare der schnellen Abkühlung sind. Er bezeichnet nach L. Rinman's Vorgange die Kohle im ungehärteten Stahle als Cementkohle und die im gehärteten als Härtungskohle.

Wenn rein geschliffener, gehärteter Stahl in Salpetersäure von 1,23 sp. G. getaucht wird, so überzieht er sich mit einer schwarzbraunen, ruſsigen, amorphen Kohlenschicht, welche auf weiſsem Papier einen