Text-Bild-Ansicht Band 261

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während diesem entgegengesetzt die Umwandlung der Cementkohle in Härtungskohle ausschlieſslich vom Wärmegrade abzuhängen scheint. Eine Folge davon ist, daſs schnelle Abkühlung den Uebergang der Härtungskohle in Cementkohle zu verhüten vermag. Auch zur Krystallisation des Stahles bedarf es auſser eines gewissen Wärmegrades der Zeit. Wird die Dauer der Abkühlung durch Abschrecken in Wasser oder in anderer Art verkürzt, so wird die Entwickelung der Krystalle vermindert oder gänzlich vereitelt.

Ueber die Herstellung und Untersuchung von Cement.

W. Joy in Northfleet, England (D. R. P. Kl. 80 Nr. 35208 vom 8. Oktober 1885) will die Cementmischung breiförmig in den Brennofen einführen. Wenn der Einsatz in gehöriger Glut ist, so daſs die Flammen hell herausschlagen, so wird der nasse Mischungsbrei, nachdem derselbe noch mit Kleinkohle, Kleinkokes o. dgl. vermengt ist, auf den brennenden Einsatz derart aufgeworfen, daſs diejenigen Stellen, an welchen die Flammen besonders stark durchschlagen, zugedeckt werden. Der freie Durchzug der heiſsen Gase durch den Einsatz ist auf diese Weise an denjenigen Stellen, an welchen der nasse Brei aufgelegt ist, verhindert; es soll daher der Zug durch andere Stellen des Einsatzes seinen Weg nehmen und das Brennmaterial hier freier verbrennen. Ist dies der Fall, so werden diese Stellen ebenfalls mit dem nassen Breie zugedeckt und die Flamme mit den heiſsen Gasen gezwungen, an anderen Stellen einen Ausgang zu finden, bis schlieſslich der Ofen gefüllt ist.

Die Verhandlungen des Vereins deutscher Cementfabrikanten am 26. und 27. Februar d. J. (vgl. 1885 256 549) betrafen namentlich die Feststellung eines neuen Entwurfes zu Normen für einheitliche Lieferung und Prüfung von Portlandcement. Derselbe wurde in folgender Fassung angenommen.

Definition von Portlandcement: Portlandcement ist ein Product, entstanden durch Brennen einer innigen Mischung von Kalk und Thon haltigen Materialien als wesentlichsten Bestandtheilen bis zur Sinterung und darauf folgender Zerkleinerung bis zur Mehlfeinheit.

I) Verpackung und Gewicht: In der Regel soll Portlandcement in Normalfässern von 180k brutto und etwa 170k netto und in halben Normalfässern von 90k brutto und etwa 83k netto verpackt werden. Das Bruttogewicht soll auf den Fässern verzeichnet sein. Wird der Cement in Fässern von anderem Gewicht oder in Säcken verlangt, so muſs das Bruttogewicht auf diesen Verpackungen ebenfalls durch deutliche Aufschrift kenntlich gemacht werden. Streuverlust, sowie etwaige Schwankungen im Einzelgewichte können bis zu 2 Proc. nicht beanstandet werden. Die Fässer und Säcke sollen auſser der Gewichtsangabe auch die Firma