Text-Bild-Ansicht Band 261

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des Phosphors (bis zu 0,015 Proc.) allein an Zuschlagskalk für 1l Roheiseneinsatz mindestens 50 Pf. Andererseits erhalten die Hüttenwerke in der zweiten Schlacke ein werthvolles Rohmaterial für die Roheisenerzeugung, während in der ersten Schlacke der Landwirthschaft ein seines hohen Phosphorsäure- und Kalkgehaltes wegen wichtiges Düngemittel geboten wird. Der hohe Phosphorsäuregehalt der ersten Schlacke gestattet deren Versandt auf weite Entfernungen; die in der zweiten Schlacke enthaltene Phosphor säure kehrt wieder in den Entphosphorungsprozeſs zurück. Da die alten Halden von Puddelschlacken, welche bisher für den Thomasprozeſs auf den rheinischwestfälischen Werken die Hauptphosphorquelle bilden, in kurzer Zeit aufgearbeitet sein werden, so ist in der zweiten Schlacke des hier beschriebenen Thomasprozesses ein werthvoller Ersatz für die Puddelschlacke gegeben.

Die Actiengesellschaft Fertilitas in Wiesbaden stellte nach dem früheren Verfahren von Scheibler (vgl. 1883 250 425. 1884 251 191) bereits über 5000t Calciumbiphosphat mit 33 bis 38 Proc. Phosphorsäure her, welches als ein werthvolles Düngemittel bezeichnet werden muſs. – Nach dem Berichte der Handelskammer für Aachen hat sich jedoch herausgestellt, daſs das letztere Verfahren zu kostspielig ist, so daſs es seit April d. J. nicht mehr benutzt wird.

[Kleinere Mittheilungen.]

Ergänzungsruder für Schiffe zur Fahrt durch den Suezkanal.

Die bekannte Thatsache, daſs groſse Schiffe schlecht steuern, wenn sie enge Kanäle durchfahren, in denen die Wassertiefe ihren Tiefgang nicht wesentlich übersteigt, hat im Suezkanale mehrfach zu Unzuträglichkeiten und zu Beschädigungen geführt. Unter den mancherlei Mitteln zur Abhilfe dieses Uebelstandes ist eines: die Vergrößerung der Ruderfläche. Auf diese Thatsache gründet sich ein von Decerfz in Port Said vorgeschlagenes Ergänzungsruder. Dasselbe besteht nach dem Genie civil, 1885/86 Bd. 8 * S. 90 in einem Ansatzstücke, welches in der Längenrichtung des Schiffes an der Hinterseite des Ruders durch Bolzen und Schienen befestigt wird. Das Ergänzungsruder wird angebracht, bevor das Schiff in den Kanal einläuft und abgenommen, wenn dasselbe aus dem Kanäle wieder austritt. Die Schiffe der Peninsular and Oriental Company verwenden dieses Ergänzungsruder seit dem J. 1876 mit gutem Erfolge. Das Gewicht der aus Eisen- oder Stahlblech hergestellten Vorrichtung stellt sich für ein groſses Schiff auf etwa 70k, der Preis auf 80 M.

Bekleidung von Kettenscheiben mit Stahl oder Hartguſs.

Die vieleckigen Bewegungsscheiben bei mit Gefäſsen ausgerüsteten Förderketten (vgl. C. Hall 1884 252 * 228) sind groſser Abnutzung ausgesetzt. Dieselbe wird nach Angabe der Maschinenbau-Anstalt Humboldt in Kalk bei Köln (* D. R. P. Kl. 47 Nr. 35789 vom 25. Oktober 1885) vermindert, indem in die Vielecksflächen der Scheiben mittels Schwalbenschwanz Stahl- oder Hartguſsplatten eingeschoben und dann durch eine Schraube gehalten werden. Diese Einlagen können, ohne daſs die Förderkette abgenommen wird, ausgewechselt werden.

J. Lang's Plandrehbank.

Eine hübsche, durch groſse Standfestigkeit sich besonders auszeichnende Plandrehbank haben J. Lang und Söhne in Johnstone entworfen. Bei derselben