Text-Bild-Ansicht Band 261

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Kleinste Expansion Höchste Expansion
Hochdruckcylinder 21,4 16,1
Mitteldruckcylinder 3,29 5,13
Niederdruckcylinder 22,9 23,1
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Im Ganzen 47,59 44,33.

Diese Zahlen betragen, wenn man die indicirte Leistung der Maschine bei voller Kraft zu 900 Pferd annimmt, etwa 5 Procent der Gesammtleistung. Dabei ist aber zu berücksichtigen, daſs in dem angeführten Falle die Kühlwasserpumpe ihr Wasser aus dem Dock mit einer Saughöhe von 5m,95 entnahm und durch ein Rohr von 137m Länge mit vielen Krümmungen herbeizuführen hatte, eine Arbeit, die man recht wohl mit 5,5 Pferd für das Ansaugen und mit der gleichen Höhe für die Reibung in den engen Röhren in Anschlag bringen kann. Zieht man diese 11 Pferd ab, so verbleibt für die innere Reibung unter gewöhnlichen Umständen etwa 34 Pferd oder 3,8 Proc., wobei zu berücksichtigen ist, daſs die Kolbenschieber auch bei höherem Dampfdrucke keine gröſseren Bewegungswiderstände darbieten, während die Zapfenreibungen nach mehrmonatlichem Gange jedenfalls sich gegen ihre Höhe in völlig neuem Zustande der Maschinen noch etwas ermäſsigen.

[Kleinere Mittheilungen.]

A. Leupold's Construction von Solenoiden.

Anstatt für elektrische Lampen kegelförmige Eisenkerne in Solenoiden mit cylindrischer Höhlung und Wickelung anzuwenden, oder gerade Kerne bei kegelförmiger Wickelung, will A. Leupold in Dresden (* D. R. P. Kl. 21 Nr. 35812 vom 4. August 1885) gerade cylindrische Kerne in Solenoiden mit kegelförmiger Höhlung und (in entgegengesetzter Richtung) kegelförmiger Wickelung, oder in solchen mit kegelförmiger Höhlung und cylindrischer Wickelung benutzen.

A. Schanschieff's Erregungsflüssigkeit für galvanische Elemente.

Für Kohle-Zink-Elemente benutzt Alex. Schanschieff in Gipsy Hill, England (D. R. P. Kl. 21 Nr. 36415 vom 25. December 1885) als Erregungsflüssigkeit basisch schwefelsaures Quecksilberoxyd. Durch Kochen von metallischem Quecksilber mit Vitriolöl erhält man neutrales Quecksilberoxyd, setzt auf 105 Th. desselben 300 Th. Wasser zu und tröpfelt zur Lösung des neutralen schwefelsauren Quecksilberoxydes concentrirte Schwefelsäure von 1,8 sp. G. hinzu, bis eine Trübung entsteht. Dann kühlt man ab, filtrirt und füllt mit der goldgelben Flüssigkeit die Elemente. Bei Thätigkeit der Batterie scheidet sich das Quecksilber wieder aus und erscheint metallisch am Boden der Zellen, oder fein vertheilt als schweres graues Pulver.

Abführung der Gährungsgase aus Weinkellern.

Zur Abführung der bei der Gährung des frisch gekelterten Traubenmostes sich entwickelnden Gase, welche das Arbeiten in den Weinkellern hindern und beschwerlich machen, ordnet J. Schaeffer in Neustadt a. Haardt (* D. R. P. Kl. 6 Nr. 34969 vom 27. August 1885) an der Decke des Kellerraumes ein Abzugsrohr an, mit welchem die Spundlöcher der einzelnen Fässer durch Gummischläuche verbunden werden. In die Spundlöcher werden Rohrstutzen getrieben, welche zwei Kanäle besitzen; an den einen derselben wird der Schlauch gekuppelt, während der andere mit einem Hahne versehen ist und zum Nachfüllen dient.

Ueber das Wachsthum der Rüben.

Nach Versuchen von H. Leplay (Journal des Fabricants de Sucre, 1886 Nr. 27) werden während des Wachsthums der Rübe die in Form von Bicarbonaten im Boden vorhandenen Basen Kali und Kalk von den Wurzeln aufgenommen und finden sich in den Wurzeln und Blättern dann in Verbindung mit organischen Säuren. Unter dem Einflüsse ammoniakalischer Stoffe geht die Kohlensäure in Oxalsäure über, während sich andererseits Nitrate und Eiweiſsstoffe bilden. Die Oxalsäure gibt dann durch Aufnahme von Kohlensäure und Wasser und Abgabe von Sauerstoff äpfelsaure Salze.