Text-Bild-Ansicht Band 261

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altem gelöschtem Kalk (33,5 Proc. Glührückstand) und aus Kalkpulver (84,2 Proc. Glührückstand) mit 1 bis 9 G.-Th. Sand und der erforderlichen Menge Wasser her. Die Proben blieben 1 Monat lang in Zimmerluft, dann 1 Monat im Keller, wurden nun 6 Stunden lang in Wasser gelegt, um 3 Stunden einer Kälte von 7 bis 20° ausgesetzt zu werden. Nach dem Aufthauen wurden sie wieder der Kälte ausgesetzt, bis sie nach mehrmaliger Wiederholung dieser Behandlung zerstört waren. Die wesentlichsten Ergebnissen waren folgende:

Kalkbrei Kalkpulver
Kalk
Sand

Wasserauf-
nahme
%
Anzahl der
Gefriorg.
bis zur
Zerstörung

Wasserauf-
nahme
%
Anzahl der
Gefriorg.
bis zur
Zerstörung
1 : 1 17,03 8 20,05 7
1 : 2 12,00 9 17,17 9
1 : 3 8,83 12 15,08 über 13
1 : 4 8,56 12 12,57 desgl.
1 : 5 8,86 12 11,68 desgl.
1 : 6 8,93 7 11,10 12
1 : 7 9,60 6 10,00 10
1 : 8 10,65 6 10,10 10
1 : 9 10,20 6 10,05 9

Während also die Mischungen aus 1 G.-Th. Kalkbrei und 7 bis 9 Th. Sand schon beim 6 maligen Gefrieren zerstört wurden, zerfielen die mit Kalkpulver nach 9 bis 10 Gefrierungen.

Gerbverfahren mit Thonerdesulfat.

Nach J. S. Billwiller in St. Gallen (D. R. P. Kl. 28 Nr. 36015 vom 8. December 1885) werden die in gewöhnlicher Weise vorbereiteten Häute etwa 24 Stunden lang mit einer verdünnten Lösung von schwefelsaurem Aluminium behandelt, dann leicht ausgerungen und 5 bis 15 Minuten in eine 3 procentige Lösung von Natriumbicarbonat gelegt. Die Häute werden darauf nochmals je 5 bis 15 Minuten lang in einem geschlossenen Walkfasse mit denselben Lösungen behandelt. Bei der folgenden Behandlung mit einer stärkeren Aluminiumsulfatlösung und einer 5 procentigen Bicarbonatlösung findet 3 maliger Wechsel statt, wobei die Häute jedesmal 5 bis 15 Minuten in jeder Flüssigkeit bleiben. Dieses Verfahren läſst sich dahin vereinfachen, daſs die Haut gleich in eine 20 procentige Aluminiumsulfatlösung 24 Stunden lang gelegt wird und dann 3 bis 5 Stunden lang in eine 2,5 procentige Bicarbonatlösung. Zur Entfernung der oberflächlich haftenden Thonerde zieht man rasch durch 1 procentige Salzsäure und wäscht mit Wasser.

Die so behandelten Häute werden nun der Tannin- bezieh. Lohgerbung unterworfen. Dieselbe beginnt mit dem sogen. Abfärben in schwacher 1,5 procentiger Brühe, worauf eine 3 bis 4 tägige Behandlung mit einer 2 procentigen Brühe kommt. Weiter folgt eine Behandlung mit einer 3 procentigen Brühe, welche zur Vollendung des Gerbprozesses genügt. Dünnere Häute bleiben mit dieser letzten Brühe 3 bis 4 Wochen, dickere 8 bis 10 Wochen in Berührung, worauf die Gare erreicht ist. Alle weiteren Arbeiten, das Zurichten u.s.w., erfolgen nach den bisher bekannten Verfahren.

Zur Untersuchung der Balsame, Harze und Gummiharze.

Zur Untersuchung der Balsame – d.h. Gemenge von Harzsäuren mit ätherischen Oelen oder Estern, oder mit sogen. neutralen Harzen (Harze) oder mit ätherischen Oelen und Gummi, d.h. Gummiharze – versuchte A. Kremel (Pharmaceutische Post, 1886) die Säurezahl zu verwerthen. Er löste 1g der Probe in Alkohol, versetzte mit Phenolphtaleїn und titrirte mit alkoholischer Kalilauge. Die Stoffe, welche auch Ester enthalten, werden mit überschüssiger alkoholischer Kalilauge auf dem Wasserbade ¼ Stunde lang erwärmt; dann wird mit Salzsäure zurücktitrirt. Von Gummiharzen wird je 1g gepulvert, mit Gyps oder Sand gemischt in einem Extractionsapparate mit Alkohol ausgezogen. Man bestimmt die Menge des Harzes durch Abdampfen,