Text-Bild-Ansicht Band 261

Bild:
<< vorherige Seite

und 5 Proc. Tilgung allein bereits, bei 300 Arbeitstagen im Jahre, einen Preis für das Stundenpferd von mehr als 6,4 Pf. bedingen würden, während sie thatsächlich jetzt in Paris nur 8 Pf. und in den Provinzen noch weit weniger koste.

Ueber Neuerungen an Fett-Schmierbüchsen.

Patentklasse 47. Mit Abbildungen auf Tafel 31.

Wenn auch behauptet werden kann, daſs die Fettschmierung der Schmierung durch Oelbad in Bezug auf Reibungsverminderung nachsteht (vgl. 1884 252 * 12. 1885 255 129. 256 * 377), so hat die erstere doch eine ziemliche Anwendung und Verbreitung namentlich bei Triebwerkslagern gefunden. Es liegt dies wohl einestheils in der durch die festere Form des Schmiermittels bedingten gröſseren Bequemlichkeit und Reinlichkeit bei der Bedienung der Schmierapparate, anderentheils in den durch die Einfachheit der letzteren bedingten geringen Anschaffungskosten. Insofern beim Füllen der Schmierbüchsen mit Fett kein so groſser Verlust eintreten kann wie bei leichtflüssigen Oelen und der Zulauf des Fettes in die Lager eher auf zu wenig eingestellt werden kann, wird auch bei Fettschmierung eine Ersparniſs gegenüber Oelschmierung erzielt, wodurch allerdings nicht selten auch Arbeitsverluste hervorgerufen werden. Da minder gutes Oel beim Stehen in den Schmierbüchsen leicht ranzig und zähflüssig wird, Fett sich hingegen länger gleichmäſsig hält, so kann auch hieraus ein gewisser Vorzug der Fettschmierung vor der Oelschmierung gefolgert werden.

Die Fettschmierung kann nun entweder selbstthätig eingerichtet sein, d.h. der Nachdruck des Fettes in das Lager erfolgt durch Gewichts- oder Federwirkung für die ganze Füllung der Schmierbüchse ohne weiteres Eingreifen oder Stellen von Hand, oder die Fettschmierung wird wie beim Schmieren mit der Oelkanne zeitweise vorgenommen, wobei jedoch die Schmierbüchse immer auf dem Lager sitzen bleibt. Die erstere Art wird sich mehr bei schwer und gefährlich zugänglichen Lagern empfehlen; jedoch sind die Schmierbüchsen mit Gewichtswirkung nur stehend verwendbar. Die zweite Art hingegen wird dort anwendbar sein, wo eine ständige Ueberwachung der Lager vorhanden und je nach dem zeitweiligen Laufe oder der wechselnden Arbeitsübertragung ein vorübergehendes Eingreifen in die Zuführung des Schmiermittels erforderlich ist.

So einfach nun die Einrichtung der für die Fettschmierung in die Schmierlöcher der Lager zu steckenden Apparate oder Büchsen hiernach erscheinen mag, so haben dieselben doch ein reiches Feld für Erfindungen gegeben und es dürfte deshalb eine Zusammenstellung der verschiedenen patentirten Neuerungen und Verbesserungsvorschläge, auf Grund deren das zahlreiche Angebot von Fett-Schmierbüchsen erfolgt, Beachtung verdienen.