Text-Bild-Ansicht Band 261

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Nun wurde auf dieselbe Art ein mehrere Jahre alter Portlandcement untersucht:


In Cl (NH4)
gelost
Hydratwasser
Lösliche SiO2
Freier Al2O3 + Fe2O3
Freier Kalk
Kohlensaurer Kalk
9,29
1,90
5,47
39,54
23,07

Ruckstand
Unlöslicher
Thonerde-
Kalk-
Silicat
Rückstand
Kieselsäure
Thonerde und Eisen
Kalk
9,14
2,09
3,43
1,80
Alkalien und Verlust 4,27.

Somit ist von den zur Herstellung von Cement verwendeten Stoffen nur ein geringer Theil beim Abbinden chemisch thätig. Die Erhärtung beruht demnach nicht, wie häufig angenommen wird, auf einem rein chemischen Vorgange, oder allein auf einem rein mechanischen, sondern beide stehen in einem Verhältnisse der gegenseitigen Abhängigkeit- wird durch irgend welche Mittel der Fortgang des einen Prozesses gehindert, so hört auch der andere auf und der Cement erhärtet nicht. Daraus ergibt sich weiter, daſs die Erhärtung hauptsächlich eine Verkittung ist, derart, daſs sich das Kalk-Thonerdesilicat nur auf der Oberfläche der einzelnen Cementkörner bildet und diese zusammenhält. Durch diese Annahme erklärt sich auch die Thatsache, daſs abgebundener Portlandcement, wenn er von Neuem gebrannt und gepulvert wird, die Eigenschaft, zu erhärten, wieder erlangt, weil durch das Pulverisiren die inneren, unangegriffenen Theile der Cementkörnchen frei gelegt werden und nun neue Verbindungen eingehen können.

Neuere Verfahren und Apparate zur Reinigung von Spiritus.

(Patentklasse 6. Fortsetzung des Berichtes Bd. 259 S. 224.)

Mit Abbildungen auf Tafel 33.

Nach R. Eisenmann und J. Bendix in Berlin (* D. R. P. Nr. 35003 vom 23. Juni 1885) bildet sich bei der Filtration von Spiritus über Holzkohle durch den in den Poren der Kohle vorhandenen Sauerstoff Aldehyd. Um dies zu vermeiden, soll die Filtration unter Luftausschluſs stattfinden und soll sowohl die Kohle, als der Spiritus vorher luftfrei gemacht werden.

H. Deininger in Berlin (* D. R. P. Nr. 30843 vom 24. Juli 1884 und Nr. 35510 vom 24. Juli 1885) will Rohspiritus durch Verbindungen des Bleioxydes und Bleisuperoxydes mit Basen in Gegenwart von Glycerin reinigen. Dabei soll das Fuselöl in die entsprechenden Säuren übergeführt werden, unter Ausscheidung von metallischem Blei.

Die Lösung von Bleioxydkali wird mit so viel Glycerin versetzt, daſs die Alkalescenz aufgehoben wird. Hiermit wird die eine Abtheilung