Text-Bild-Ansicht Band 261

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Uebersetzung langsamer getrieben. Der Umlauf des Kühlwassers im Condensator wird durch eine von selbstständiger Maschine bethätigte Kreiselpumpe bewirkt, so daſs die Luftverdünnung im Condensator von der Hauptmaschine unabhängig erhalten werden kann; auch kann beim Stillstande der überflüssige Dampf vom Kessel in den Condensator geleitet und dort niedergeschlagen werden. Im Falle eines Lecks kann die Pumpe aus der Bilge des Schiffes lenzen; auſserdem sind für diesen Fall fünf besonders starke Ejectoren in den verschiedenen Abtheilungen des Schiffes aufgestellt. Im Maschinenraume befindet sich noch eine starke Dampfpumpe für verschiedene Zwecke und ein Destillirapparat, um Trinkwasser zu erzeugen.

Die Kajüten für die Officiere befinden sich hinten im Schiffe und sind so geräumig wie möglich eingerichtet. Jeder sonstige Platz ist benutzt, um Schränke und Vorrathsräume zu bilden. Die Küche für die Officiere ist ebenfalls hinten, die für die Mannschaft im vorderen Raume; die Boote führen ein leichtes Takelwerk, welches schnell entfernt werden kann.

Ganz im Vordertheile des Bootes sind zwei Leitrohre für die Torpedos eingebaut und ragen dieselben theilweise aus dem Schiffe heraus. Die Mündungen sind durch wasserdichte Klappen verschlossen, welche vor dem Abschieſsen geöffnet werden. Die zugehörigen Luftpumpen u.s.w. befinden sich ebenfalls dort. Der vordere Raum bildet gleichfalls den Aufenthalt für die Mannschaft, während für den Commandanten und Maschinisten im Hintertheil geräumige Kajüten angeordnet sind. Im vorderen der beiden Thürme befindet sich ein Hand- und Dampfsteuerapparat (vgl. * S. 7 d. Bd.). Das Steuer kann auch vom hinteren Thürme aus bewegt werden. Die Thürme bilden die Niedergänge zu dem Inneren des Schiffes und dienen zum Aufenthalte des Commandanten während des Gefechtes; von dort aus führen Sprachrohre und Telegraphen nach Maschine, Kessel und Geschützapparaten. Auf dem Dache der Thürme sind Hotchkiß' Schnellfeuergeschütze (vgl. 1885 257 * 449) aufgestellt. Das Deck, aus Stahlplatten gebildet, ist mit Gummi überzogen, um Ausgleiten bei schlechtem Wetter zu verhindern. Rund um das Schiff läuft eine leichte Brüstung aus Drahtbau.

Die Probefahrten wurden von 10 Knoten Geschwindigkeit anfangend bis zu 21 Knoten in der Stunde getrieben. Bei 0,08 Füllung im kleinen Cylinder, was einer Gesammtfüllung der Dampfmaschine von 0,017 entspricht, beträgt die Geschwindigkeit noch 14,6 Knoten, die Leistung 321 Pferd, der Kohlenverbrauch 0k,4 für 1 Pferd und Stunde und die Umdrehungszahl 235 in der Minute. Bei 0,6 Füllung im kleinen Cylinder, gleich 0,125 Gesammtfüllung, ist die Geschwindigkeit 21,7 Knoten bei 970 Pferd, 370 Umdrehung und 0k,7 Kohlenverbrauch für Pferd und Stunde. Die für diese Boote gewährleistete Geschwindigkeit ist 19 Knoten in der Stunde mit voller Ausrüstung und Kohlen für 1200 Seemeilen Fahrt an Bord.

J. V. Meigs' Hochbahn.

Das Bestreben, den Unterbau der Hochbahnen möglichst billig und zugleich so zu gestalten, daſs durch denselben den Straſsen möglichst wenig Luft und Licht entzogen wird, hat zu eigenthümlichen Constructionen geführt. Eine solche ist auch das System von J. V. Meigs in Lowell, Mass. Nach dem Scientific American, 1886 Bd. 55 * S. 21 wurde dasselbe auf einer 1km,6 langen Probelinie in Boston unter den schwierigsten Verhältnissen in Bezug auf Curven und Steigungen mit sehr befriedigendem Erfolge erprobt. Es erfüllt die oben erwähnten Anforderungen ebenso wie die Einschienenbahn von Le Roy-Stone (vgl. 1876 222 * 408), unterscheidet sich aber wesentlich von dieser.

Die eigentliche Bahn besteht für jedes Feld aus einem einzigen, auf den Tragpfeilern ruhenden, eisernen Gesperre von 1m,22 Höhe. An demselben befinden sich ein oberer und ein unterer Geleisträger, zur Aufnahme der 4 Schienen. Die 2 Tragschienen bestehen aus Winkeleisen an der äuſseren Oberkante der hölzernen Langschwellen des unteren Geleisträgers. Am oberen Geleisträger befinden sich 2 senkrechte Schienen für die Gleiträder. Der Abstand der unteren Schienen, an deren Auſsenseite gemessen, d. i. die Spurweite beträgt 0m,57, der Abstand der oberen Schienen 0m,44. Das dem Oberbaue angepaſste Wagengestell