Text-Bild-Ansicht Band 261

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Verfahren zum Verzieren von Porzellan mit Glasfluſs.

Um glasirtes Porzellan in der Muffel mit erhabenem Glasfluſs (Email) zu verzieren, ohne daſs die Glasflüsse in einander laufen, werden nach Joh. Gottfr. Müller in Schöneberg bei Berlin (D. R. P. Kl. 80 Nr. 36305 vom 7. Januar 1886) erhabene Umrisse aus feuerfester Porzellanfarbe auf die Glasur aufgebracht, was in der Regel durch Umdruck geschieht, und in die so begrenzten Felder die leichtflüssigen Glasmassen eingetragen. Man brennt dann die verzierten Gegenstände in der Muffel bei Glanzgoldtemperatur so lange, bis die Glasflüsse klar erscheinen, und kühlt hierauf die Muffel schnell ab. Es hat sich dann zwar auch das Email mit der Glasur verbunden; doch sind die Umrisse aus feuerfester Porzellanfarbe in die Glasur eingesunken und haben so das Ineinanderlaufen der Glasflüsse verhindert. Das Email erhält eine runde, nach den Umrissen hin abfallende Oberfläche.

Verfahren zur Verarbeitung von Spatheisenstein und Zinkblende.

Zur Verarbeitung eines Gemenges von Zinkblende und Spatheisenstein will die Actiengesellschaft des Silber- und Bleibergwerkes Friedrichssegen bei Oberlahnstein (D. R. P. Kl. 40 Nr. 35836 vom 5. December 1885) dasselbe auf Rothglühhitze erwärmen, so daſs Schwefelzink unverändert bleibt, während der Spatheisenstein die Kohlensäure verliert. Dann läſst man einen Luftstrom über das Gemenge streichen und dämpft dabei das Feuer etwas. Es verbindet sich nun der Sauerstoff der Luft mit dem Schwefelzink zu schwefelsaurem Zink; gleichzeitig wird aber auch Schwefligsäure frei, welche sich mit dem Manganoxyduloxyde zu schwefelsaurem Manganoxydul verbindet. Die gebildeten Sulfate werden nun ausgelaugt und können auf verschiedene Präparate weiter verarbeitet werden.

Conservirung der Kupferkessel zum Eindampfen von Natron- oder Kalilauge.

M. Honigmann in Grevenberg (D. R. P. Kl. 75 Nr. 36482 vom 31. December 1885) empfiehlt zum Schütze von Kupferkesseln beim Eindampfen von Natron- oder Kalilauge (vgl. dagegen Venator S. 133 d. Bd.), oder beim Betriebe von Natrondampfkesseln (vgl. 1885 256 * 1) vor dem Angriffe der Lauge, welcher namentlich bei Anwesenheit von Kupferoxyden erfolgt, den Zusatz von Eisen oder solchen Metallen, welche aus Kupferlösungen Kupfer auszufällen vermögen. Hiermit soll auch der Vortheil verknüpft sein, daſs das Eisen u. dgl. von der concentrirten hochsiedenden Natronlauge allmählich unter Bildung von Eisenoxydul und Wasserstoff gelöst wird, wodurch der Sauerstoff der Luft, welcher mit der Lauge in Berührung kommen sollte, absorbirt wird. Auch hierdurch wird die Bildung von in Natron löslichen Kupferoxyden erschwert und verhindert. Am einfachsten bringt man zur Erreichung des Zweckes von Zeit zu Zeit eiserne Drahtbündel in die Natron- oder Kalilauge.

Verfahren zur Reinigung von Perubalsam und zur Herstellung von „Bolivia“.

Zur Herstellung eines Bolivia genannten Gemisches von Perubalsam und Sesamöl mengt A. Seibels in Berlin (D. R. P. Kl. 22 Nr. 36290 vom 5. December 1885) Perubalsam mit der gleichen Menge Sesamöl, erwärmt, schüttelt durch und läſst etwa 2 Tage stehen. Es hat sich dann das den Balsam dunkel färbende schwarze Harz abgeschieden und fest an Boden und Seitenwände des Gefäſses angesetzt; zugleich ist eine klare, helle, goldgelbe Lösung von gereinigtem Perubalsam in Sesamöl gebildet, welche sich abgieſsen läſst und für Parfümeriezwecke bei Seifen, Pomaden, Haarölen u. dgl. Verwendung finden soll.

Zur Herstellung von Stampfasphalt.

Nach Angaben der Deutschen Asphalt-Actiengesellschaft in Hannover (Oesterreichisch-Ungarisches Patent Kl. 80 vom 5. Juni 1885) erhält man durch Vermischen von Asphaltstein, Kalkstein, Sand u. dgl. mit bituminösen Stoffen kein so inniges Gemenge, als zur Herstellung eines widerstandsfähigen Pflasters erforderlich ist. Dies soll aber dadurch erreicht werden, daſs die gepulverten