Text-Bild-Ansicht Band 262

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wurden je 500 Stück Locomotiven in dem Zeiträume 1832 bis 1852, 1852 bis 1860, 1860 bis 1866, 1866 bis 1869, 1869 bis 1871, 1871 bis 1872, 1872 bis 1873, 1873 bis 1876, 1876 bis 1878, 1878 bis 1879, 1500 Stück in dem Zeiträume von 1879 bis 1882, 1000 Stück von 1882 bis 1884 und 500 im J. 1884 bis September 1886.

Das Baldwin'sche Unternehmen, heute im Besitze der Firma Burnham, Parry, Williams und Comp., ist bekanntlich weitaus die gröſste Locomotivfabrik der Welt und kann jetzt im Jahre 600 Locomotiven liefern, unter welchen sich allerdings ein gewisser Theil schmalspurige Maschinen, besonders für Südamerika und die englischen Colonien, befindet.

Julien's elektrischer Straſsenbahnwagen.

Von den elektrischen Straſsenbahnwagen, System Julien (vgl. Reckenzaun bezieh. Ch. Elieson 1886 260 * 305. 261 * 65), welchem auf der Antwerpener Ausstellung bei der für Straſsenbahnwagen ausgeschriebenen Preisbewerbung das groſse Ehrendiplom zuerkannt wurde (vgl. 1886 261 272), sind von der Direktion der Hamburger Straſsenbahngesellschaft zunächst zwei Stück probeweise in den Betrieb eingestellt worden. Die Probefahrt ist ausgezeichnet verlaufen; die Bewegung des Fahrzeuges war wesentlich ruhiger und angenehmer, als man bei Pferdebahnen gewohnt ist. Der erste dieser beiden Wagen enthält nach dem Centralblatte für Elektrotechnik, 1886 S. 285 33 Plätze und wiegt mit voller Ausrüstung 4830k; hiervon kommen 1200k auf die Accumulatoren. Dieselben bestehen aus 96 Zellen, von denen je 3 in einem dreizelligen Behälter vereinigt sind. Wegen der Zerbrechlichkeit muſste von Glas und Hartgummi abgesehen werden; die Zellen sind aus einer neuen, dem Hartgummi ziemlich ähnlichen, aber ein wenig biegsamen Masse hergestellt. Jede Zelle enthält 15 Platten, 7 positive und 8 negative. Die Platten haben eine Fläche von nur 134mm × 147mm und sind etwa 4mm dick. Die Ladung nimmt ungefähr 8 Stunden in Anspruch. Die Accumulatoren sind in 8 niedrige hölzerne Kästen vertheilt, von denen je 4 auf jeder Seite des Wagens in einem Räume unter den Sitzbänken Platz finden. Um diesen Raum zu gewinnen, muſste der Wagen höher gestellt werden, denn sonst wird derselbe von den Radkästen eingenommen. Durch die Umänderung hat übrigens auch das Aussehen des Wagens wesentlich gewonnen. Die Kästen bewegen sich auf mit Seife o. dgl. geschmierten Gleitbahnen und können nach Oeffnung von zwei langen, in den Flanken des Wagens angebrachten Klappen leicht nach auſsen auf die in dem Wagenschuppen aufgestellten Ladetische herausgezogen werden, zwischen welche der Wagen gefahren wird. Befindet sich der Wagen an der richtigen Stelle, so kann man die Kästen bequem auf entsprechende Gleitbahnen des Ladetisches hinüberziehen. Die Schaltung der Kästen sowohl im Wagen, als auf dem Ladetische geschieht selbstthätig durch eine von J. L. Huber, dem Licenzträger der Electrical Power Storage Company in London, construirte einfache und sichere Contactvorrichtung. An beiden Seiten der Kästen sind kupferne Contacte angebracht, welche sich auf entsprechend starke Contactfedern schieben und auf diese Weise sowohl auf dem Ladetische, als im Wagen die erforderlichen Verbindungen herstellen.

Von den in 4 Gruppen geschalteten Accumulatoren im Wagen führen 4 Doppelleitungen nach den Julien'schen Umschaltern, von denen je einer auf jeder Bühne angebracht ist. Durch Drehung des zu einer Kurbel ausgebildeten Schlüssels des Umschalters können demselben 6 verschiedene Stellungen gegeben werden, nämlich: 1) daſs keine Verbindung zwischen den Accumulatoren und dem Motor besteht (nur in dieser Stellung des Umschalters kann der Schlüssel, von denen für jeden Wagen nur einer vorhanden ist, aufgesetzt werden); 2) alle 4 Gruppen der Accumulatoren werden parallel geschaltet und mit dem Motor in Verbindung gesetzt; 3) 2 und 2 Gruppen werden parallel und diese hinter einander geschaltet mit dem Motor verbunden; 4) 2 Gruppen werden parallel und dann hinter die beiden anderen geschaltet; 5) alle 4 Gruppen werden hinter einander geschaltet; 6) alle 4 Gruppen werden unter sich parallel geschaltet, stehen aber nicht mit dem Motor in Verbindung; in dieser Stellung steht der Umschalter mit aufgesetztem Schlüssel in den Ruhepausen.

Ein Hauptvorzug dieser Anordnung besteht darin, daſs verschiedene Geschwindigkeiten