Text-Bild-Ansicht Band 262

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völligem Erstarren in hölzerne Kisten oder Fässer, welche etwa 100k faſsten. Das so gewonnene feste Aetznatron zeigte einen Gehalt von 60 bis 63 Proc. Na2O.

Die englischen Fabrikanten sollen erst durch das Erscheinen von festem Aetznatron auf dem amerikanischen Markte auf die Herstellung dieser jetzt so wichtigen Handelswaare aufmerksam gemacht worden sein. Nach Hrn. N. Lennig's Ansicht ist daher Charles Lennig als der eigentliche Begründer der jetzigen Aetznatron-Industrie anzusehen.

[Kleinere Mittheilungen.]

Längsnaht für Kesselnietungen.

Textabbildung Bd. 262, S. 483
Um die Längsnähte von Dampfkesseln, welche bekanntlich immer die schwächsten Stellen des Kessels bilden, zu verstärken, bedient man sich meist der doppelten Vernietung. Eine andere Methode zur Herstellung der Längsnähte schlägt J. E. Jerrold in Milwaukee im American Machinist, 1886 Nr. 2 * S. 4 vor. Die Kesselbleche greifen dabei mit linsenförmiger Ueberlappung in den Längsnähten über einander und die Nieten vertheilen sich auf 4 im Bogen stehende Reihen.

Für die Vorzüglichkeit dieser neuen Vernietungsweise werden eine Menge Gründe ins Feld geführt, die indessen wenig Ueberzeugendes haben und deshalb kaum der Erwähnung bedürfen. Namentlich ist nicht gut einzusehen, warum hier das Blech weniger geneigt sein soll, zwischen den Nieten aufzureiſsen, und weshalb schon ein leichtes Verstemmen zur Herstellung der nöthigen Dampfdichtheit genügen soll. Dagegen mag eine etwas erhöhte Festigkeit wohl vorhanden sein, da ja durch die gekrümmte Form der Nietnähte offenbar die Spannung auf einen gröſseren Blechquerschnitt vertheilt wird als bei gerader Naht. Daſs freilich „sorgfältig ausgeführte Versuche“ dargethan haben sollen, daſs die neue Vernietungsweise volle 25 Proc. mehr Festigkeit besitze als eine gerade und doppelt genietete Naht dürfte wohl mit Vorsicht aufzunehmen sein. Uebrigens scheint Jerrold seine neue Nietmethode nur auf die Auſsenseite von Kesseln, namentlich Locomotivkesseln, anwenden zu wollen, soweit dieselbe vom Feuer nicht berührt wird. Für vom Feuer berührte Flächen wird in der Vergröſserung der Stellen mit doppelter Blechdicke kaum ein Vortheil zu erblicken sein. Ueberhaupt scheinen vorläufig Zweifel darüber sehr berechtigt, ob die Vortheile der Jerrold'schen Nietnaht in der That groſs genug sind, um die schwierigere Herstellung und die dadurch jedenfalls entstehenden Mehrkosten aufzuwiegen.

K-r.

Vogelsang's Schiffsschraube.

Durch die unregelmäßige Vertheilung der Schraubenflügel am Umfange der Schraubennabe glaubt A. F. N. Vogelsang in Philadelphia (* D. R. P. Kl. 65 Nr. 36808 vom 15. December 1885) das Auftreten von Wirbeln im Wasser beim Arbeiten der Schraube und dem dadurch herbeigeführten sog. Slip zu vermeiden, weil er annimmt, daſs die Schraube bei seiner Anordnung der Flügel mehr Widerstand findet. Es sollen sich niemals zwei Flügel diametral gegenüber stehen, dieselben also ungleichmäſsigen Abstand von einander erhalten. Werden zwei oder drei Flügel auf einer Seite der Nabe angeordnet, so wird