Text-Bild-Ansicht Band 263

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An Stelle des Filtrirpapieres verwenden Klein, Schanzlin und Becker in Frankenthal bei ihrem neuerdings zur Ausführung gebrachten Filter zum Abziehen des Bieres aus den Gährfässern chemisch reine Holzfaser, welche nach jeder Filtration durch einfaches Auswaschen wieder gebrauchsfähig gemacht wird. Diese Holzfaser befindet sich je in zwei getrennten Schichten zwischen gelochten Blechböden in Trommeln B, von welchen, wie in Fig. 4 Taf. 3 veranschaulicht ist, die erforderliche Zahl auf einander gesetzt werden kann und hierauf durch die mit Handmuttern h versehenen Schrauben s zusammengehalten wird. Jede Trommel B erhält einen Zufluſs- und Abfluſsstutzen, welche durch Schlauchkuppelungen mit dem Zuleitungs- bez. Ableitungsrohre E und A verbunden werden; letzteres erhält einen kleinen Windkessel und auf demselben einen Entluftungshahn l. Gleiche Hähne besitzen auch das Zuleitungsrohr E und jede Trommel B und diese Hähne müssen bei Inbetriebsetzung des Filters geöffnet werden. Der ganze Apparat ist mittels Rollen leicht fahrbar eingerichtet.

Diese Filter werden in 6 verschiedenen Gröſsen für stündliche Leistungen von 6 bis 36hl ausgeführt. Der Aufwand soll sich nur auf etwa 10 Pf. für 1hl Bier stellen.

Ueber Fortschritte in der Bierbrauerei.

Patentklasse 6.

Die Vertheilung des Stickstoffes der Gerste während des Brauprozesses und die Trübungen im Biere.

Zur Frage über die Vertheilung der Stickstoff haltigen Bestandtheile der Gerste während des Brauprozesses hat die Trochgorny-Brauerei in Moskau durch ihren Chemiker Th. Senff Untersuchungen ausführen lassen, welche folgende Ergebnisse lieferten.

Die Grenzwerthe im Stickstoffgehalte der untersuchten Gersten, bezogen auf Trockensubstanz, betrugen 1,917 und 2,561 Proc., entsprechend 11,98 und 16,01 Proc. Protein. Bezüglich der Probenahme für die Malzuntersuchung ist zu bemerken, daſs dieselbe vorgenommen wurde unmittelbar, bevor die ganze Masse in die Schrotmühle gelangte. Die zu untersuchende Würze wurde kurz vor dem Sieden und vor dem Hopfenzusatze dem Hopfenkessel entnommen. Gehopfte Würze wurde beim Ablaufen der gekühlten Würze in die Gährbottiche aufgefangen. Die ungehopfte und gehopfte Würze wurden unfiltrirt untersucht, da es darauf ankam, die Menge an Stickstoff zu ermitteln, welche durch die vorhergehende Behandlungsweise entfernt war. Die ganze Menge des Kühlgelägers wurde gleich nach beendeter Filtration durch die Tropfsäcke gewogen und dann vom Rückstande (dem Kühlgeläger) und von der vollkommen klaren Tropfwürze die Proben entnommen. Das Bier