Text-Bild-Ansicht Band 263

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des Bohrloches (vor Ort nur noch 31mm,5 weit)., welches zur Aufsuchung des älteren Steinkohlengebirges angesetzt worden war, wurde in Folge technischer Schwierigkeiten eingestellt. Die im Bohrlochstiefsten gemessenen Temperaturen betrugen nach der Zeitschrift für das Berg-, Hütten- und Salinenwesen, 1886 Bd. 34 S. 341 bei 1596m Teufe 54,5° und bei 1716m Teufe 56,6°.

Neuerungen an Sandblaseapparaten.

Um die Kraft des Sandstrahles (vgl. Tilghman 1874 212 * 14. 1884 252 * 58) dem Härtegrade der verschiedenen zu mattirenden Gegenstände anpassen zu können, wie es bei Bearbeitung von Metallflächen nothwendig ist, haben B. J. Round und W. Wham in Birmingham (* D. R. P. Kl. 32 Nr. 33362 vom 25. April 1885) folgende Einrichtung zur Regelung der Stahlstärke getroffen: Die Luft wird aus einer verschlossenen Arbeitskammer durch eine Luftpumpe oder ein Sauggebläse abgezogen, so daſs die äuſsere Luft den Sand durch eine Düse senkrecht nach aufwärts gerichtet in die luftverdünnte Kammer treibt. In derselben werden die Gegenstände von den Händen des Arbeiters, welche durch in den Kammeröffnungen angebrachte Gummistulpen abgedichtet sind, gehalten und geführt. Je nach dem Grade der Luftverdünnung in der Arbeitskammer wird der Sandstrahl stärker oder schwächer, weshalb in der Wand der Arbeitskammer eine vom Arbeiter mittels Drehschieber verstellbare Oeffnung angeordnet wird, durch welche beliebig die äuſsere Luft in die Kammer treten und die gewünschte Luftverdünnung erzeugen kann.

J. Mathewson in Sheffield (* D. R. P. Kl. 32 Nr. 34154 vom 20. März 1885) wirft den Sand durch einen Dampfstrahl gegen die zu bearbeitende Fläche. Um hierbei eine Erwärmung des Arbeitstückes und ein Feuchtwerden des Sandes zu vermeiden, was ein Springen der Gläser und eine unreine Wiedergabe der Zeichnungen zur Folge haben kann, wird der Sand-Dampfstrahl mittels eines Luftstromes erst gekühlt und getrocknet.

Ueber die Luftbefeuchtung in Spinnereien und Webereien.

Um in den Fabriksälen der Spinnereien und Webereien die zur Erzeugung gleichmäſsiger Waare nothwendige Feuchtigkeit der Luft zu erhalten, haben Chaudet und Nandin vorgeschlagen (vgl. 1885 255 490), ein Gemisch von Luft und Wasserdampf in die Säle einzublasen. Eine ähnliche Einrichtung hat, nach der Revue industrielle, 1885 S. 403, J. Bertrand angegeben und der Société industrielle du Nord de la France zur Prüfung vorgelegt; die erzielten Versuchsergebnisse sollen befriedigend sein. Bertrand läſst in ein cylindrisches Gefäſs durch eine Düse Dampf und durch eine zweite, die erstere umgebende Düse Wasser treten; ferner schlieſst an das Gefäſs eine Luftzuleitung an, durch welche frische oder aus dem Saale selbst entnommene Luft mittels eines Bläsers getrieben wird. Das im Gefäſse entstehende Gemisch tritt durch anschlieſsende gelochte Röhren in den Saal. Je nach Einstellung der an den Zuleitungen von Dampf, Wasser und Luft angebrachten Regelungsvorrichtungen kann der Flüssigkeitsgehalt und die Temperatur des in den Saal tretenden Gemisches dem Bedarfe entsprechend geregelt werden.

Mit der Luftbefeuchtung in Spinn- und Websälen beschäftigt sich auch eine gröſsere, im Bulletin de Mulhouse, 1886 * S. 5 bezieh. im Bulletin de Rouen, 1885 * S. 395 veröffentlichte Preisabhandlung von E. Deny. Darin wird empfohlen, die Heizung bezieh. Kühlung der Fabriksäle getrennt von einer besonderen Lüftung anzuordnen; erstere haben nur die Wärmeüberführung durch die Auſsenwände auszugleichen; die Lüftung soll dann in den Fabriksälen zugleich die nothwendige Temperatur und den nöthigen Feuchtigkeitsgehalt durch Zuführung entsprechend vorbereiteter Frischluft und Entfernung der verbrauchten Luft schaffen. Es wäre somit die Aufgabe zu lösen, die von auſsen entnommene Luft entsprechend vorzubereiten. Unter Benutzung zeichnerischer Darstellungen wird nun ausgeführt, daſs die Aufgabe, Auſsenluft, deren Temperatur und Feuchtigkeitsgehalt stets wechselt, auf gleichbleibende bestimmte Temperatur und gleichbleibenden Feuchtigkeitsgehalt zu bringen, durch einfaches Einblasen von Dampf oder durch Verdunstung von Wasser nicht gelöst werden kann. Es muſs vielmehr zuerst die Luft mit Feuchtigkeit gesättigt und dabei auf solche Temperatur gebracht werden, bei der die gesättigte