Text-Bild-Ansicht Band 264

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Querschnitte quadratischen Löcher nach auſsen liegen. Einige der Quadrate werden voll gelassen, damit man die Platten an verschiedenen Punkten mit einander verbinden kann. Bei solchen Platten wird das Gesammtgewicht des Bleies etwas gröſser sein als bei den gewöhnlichen Platten; der Mehrbetrag ist indeſs nicht groſs und erscheint bei festliegendem Betriebe nicht störend.

Verfahren zur Herstellung einer formbaren Masse aus Holzstoff.

Chemisch bereiteter oder durch Schleifen hergestellter Holzstoff wird nach Wilh. Grune in Berlin (D. R. P. Kl. 38 Nr. 38936 vom 10. September 1886) mit einer warmen Lösung von Schellack oder anderen dazu geeigneten Harzen in Wasser und Ammoniak durchtränkt, hierauf getrocknet, eine Zeit lang dem Einflüsse von gespanntem Wasserdampfe, welchem Ammoniakgas beigemischt ist, ausgesetzt. Dieser heiſse ammoniakalische Wasserdampf soll das an der Holzfaser befindliche Harz lösen, die Faser selbst auflockern und ein inniges Verbinden und Durchdringen der beiden Stoffe bewirken. Die so erhaltene Masse wird nach dem Trocknen zerkleinert und durch Druck zwischen erwärmten Walzen oder Formen in beliebige Gestalt gebracht. Durch Beimischen von Farben lassen sich die verschiedensten Farbtöne in der Masse erzielen.

Glastafeln mit Eisengerippe.

Becoult und Bellet in Charleroi, Belgien, liefern neuerdings nach einer Mittheilung der Industries, 1887 Bd. 2 S. 295 Glastafeln u. dgl. mit Eisengerippe, so daſs dieselben beim Bruche ihre Tragfähigkeit bezieh. Haltbarkeit nicht verlieren. Solche Glastafeln werden in der Weise hergestellt, daſs auf eine gewalzte Glasplatte das Eisengerippe (Gitterwerk, Drahtgeflecht o. dgl.) und dann wieder eine Glasplatte aufgelegt werden. Das Ganze wird dann durch Erhitzen erweicht und die beiden Einzelglasplatten durch das Gerippe hindurch werden mittels Pressen zwischen einem Walzwerke verbunden.

Verfahren zum Verbleien von Metallblechen.

Bisher konnten alle aus Eisen hergestellten Bleche o. dgl. nur auf die Weise verbleit werden, daſs man die zu verbleienden Flächen erst mit einem Zinnüberzug versieht, danach das Blei verschiedentlich aufbringt, so daſs es mit dem Zinn an den Berührungsflächen eine Legirung bildet. Wenn aber derart verbleite Flächen z.B. Säuren ausgesetzt werden, so kommt es vor, daſs die Säuren häufig durch die Poren des Bleiüberzuges dringen und das dahinter liegende Zinn auflösen, das Blech o. dgl. also zerfressen. (Vgl. Graham 1884 251 70. 252 323. Suckow 1885 256 142.)

Nach dem Verfahren von Oskar Elberling in Breslau (D. R. P. Kl. 7 Nr. 38897 vom 8. August 1886) sollen Metalle ohne Anwendung des Zinnes o. dgl. verbleit werden. Die zu verbleienden Metallflächen werden nämlich durch Beizen gereinigt, mit Wasser abgespült und dann längere Zeit mittels Stahlbürsten und Löthwasser so lange behandelt, bis die sämmtlichen Poren der Metallfläche geöffnet sind; hierauf läſst man sie etwa 1 Stunde mit dem Löthwasser bestrichen liegen, damit die Metallporen gewissermaſsen mit Löthwasser gesättigt werden, erhitzt dann den zu verbleienden Gegenstand auf etwa 360°, so daſs derselbe eine höhere Temperatur hat, als bei welcher das Blei schmilzt, gieſst endlich geschmolzenes, chemisch reines Handelsblei auf die betreffende Metallfläche und bürstet das flüssige Blei so lange mit Stahlbürsten in diese ein, bis eine innige Verbindung der beiden Metalle stattgefunden hat.

Bleche, welche nach diesem Verfahren verbleit sind, können angeblich in alle Formen gebogen und gewalzt werden, ohne daſs das Blei sich ablöst.

Vorkommen von Kohlenstoff-Titan im Roheisen.

Von P. W. Shimer (Chemical News, 1887 Bd. 55 S. 156) wurde beim Lösen von Roheisen in Salzsäure ein stahlgrauer, metallisch glänzender Körper erhalten, welcher sich unter dem Mikroskope als aus würfelförmigen Krystallen von 0,0036 bis 0mm,0169 Kantenlänge bestehend erwies. Die Menge, welche aus 10 bis 20g Bohrspänen erhalten wurde, genügte eben zur mikroskopischen Prüfung. Durch Verarbeitung gröſserer Mengen Roheisen gelang es dem Verfasser, ungefähr 1g des Körpers zu erhalten, welcher von dem anhängenden