Text-Bild-Ansicht Band 264

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Eddington und Steevenson's Straſsen-Locomotive.

Mit Abbildungen auf Tafel 33.

Auf der letzten der jährlich wiederholten Ausstellungen landwirthschaftlicher Maschinen, welche von dem Smithfield Club in der Agricultural Hall zu London veranstaltet werden, war neben anderen Straſsenlocomotiven bekannter Anordnung die von Eddington und Steevenson in Chelmsford (England) ausgestellte mit einigen bemerkenswerthen Neuerungen ausgestattet.

Die allgemeine Anordnung dieser zur Lastenbeförderung auf der Straſse bestimmten Maschine ist in Fig. 1 bis 4 Taf. 33 nach dem Engineer, 1887 Bd. 63 * S. 46 dargestellt und unterscheidet sich nicht von der gebräuchlichen Bauart. Der Kessel vertritt gleichzeitig das Gestell des Fahrzeuges und das Bett der Maschine; er stützt sich mit seinem Vordertheile auf die in einem Kugelgelenke drehbare Laufachse und unterhalb der Heizthür auf die Treibachse mittels zweier an den ebenen Kesselwänden befestigten Stützbleche, welche auſserdem die Vorgelegewelle sowie den Führerstand sammt Wasser- und Kohlenkasten tragen.

Die Steuerung des Fahrzeuges erfolgt durch Verdrehung der Laufachse mittels einer Kette, von welcher je ein Ende an einer Seite der Laufachse angehängt und in der Mitte über eine kleine Windetrommel geschlungen ist, welche vom Führerstande aus mittels Schneckentrieb vor- oder rückwärts gedreht werden kann.

Der Antrieb der Treibachse erfolgt von der Kurbelwelle der Maschine aus durch Vermittelung des Vorgeleges und ist, wie bei allen derartigen Maschinen üblich, nach Bedarf auf zwei verschiedene Geschwindigkeiten einzustellen. In der Anordnung dieser Einstellung liegt ein wesentlicher Vorzug der betreffenden Maschine. Bisher wurde dieselbe ähnlich wie bei Spindelstöcken von Drehbänken durch zwei verschiedene Zahnräderpaare vermittelt, welche auf der seitlich verschiebbaren Vorgelegewelle angebracht waren und je nach Bedarf in eine der zwei auf der Treibachse befestigten Treibkolben eingeschaltet wurden. Hier entfällt die seitliche Verschiebung der Vorgelegewelle v (Fig. 1, 2, 4 und 7) und findet die Umschaltung durch eine Verdrehung derselben um beiläufig 600 statt. Auf dieser Welle v sitzen die beiden Uebertragungsräder a und b nicht centrisch zur Wellenachse, sondern auf einem excentrischen Zapfen, welcher so angeordnet ist, daſs bei der Verdrehung der Vorgelegewelle das kleine Getriebe b in unverändertem Eingriffe mit dem die Treibachse antreibenden Stirnrade C verbleibt, das von der Kurbelwelle angetriebene Rad a dagegen sich von der Kurbelwelle entfernt. Hierdurch wird ermöglicht, an die Stelle des auf der Kurbelwelle fest aufgekeilten kleineren Getriebes ein dasselbe übergreifendes gröſseres Stirnrad d (vgl. Fig. 1, 2 und 7) einzuschieben und hiermit die höhere