Text-Bild-Ansicht Band 266

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Die in St. Chamond gefärbte Seide zeigte sich schon im äuſseren Ansehen weit glänzender und weicher als die italienische. Bei der mikroskopischen Untersuchung zeigte sich die französische Seide in sehr gleichmäſsiger Weise gefärbt, während die italienische mit kleinen Krystallen und anhängenden Fettpartikelchen beladen war. Die einzige Erklärung, welche Verfasser für diesen Unterschied zu geben vermag, ist die auffallende Verschiedenheit in der Zusammensetzung des Wassers beider Färbereien. Verfasser glaubt, daſs der Kalkgehalt des italienischen Wassers ein egales Auffärben des Schwarz verhindere. – Das weitere Studium dieser hochwichtigen Frage wird hoffentlich eine Klärung derselben bewirken. (Textile Manufacturer 1887 S. 78.) (Schluſs folgt.)

[Kleinere Mittheilungen.]

Einfacher Nachweis von Gentianaviolett oder Fuchsin im Wein.

Nach Bernède sollen Gentianaviolett und Fuchsin im Weine dadurch nachgewiesen werden können, daſs man 10g Phenol in 1g Alkohol und 60g Aether löst und 10cc des zu untersuchenden Weines mit 5cc dieser Mischung in einem Reagircylinder durchschüttelt. Bei reinem Weine scheidet sich die Phenoläther-Mischung farblos über dem Weine ab, sind hingegen die genannten Farbstoffe im Weine enthalten, so erscheint die Mischung roth oder violett gefärbt. Die Reaction soll noch sehr gut gelingen, wenn im Liter Wein 0mg,1 Fuchsin oder 1mg Gentianaviolett enthalten sind. (Bulletin de la société de Pharmacie de Bordeaux nach Archiv der Pharmacie, 1887 Bd. 225 S. 273, vgl. auch 1886 261 144.)

Harris' Aufhängung von Telegraphendrähten.

Um Telegraphen- und Telephondrähten sowie ähnlichen elektrischen Leitern die Möglichkeit zu geben, sich zusammenzuziehen, ohne zu zerreiſsen, will A. E. Harris in London (Englisches Patent Nr. 17 052 vom 29. December 1886 bezieh. 24. Juni 1887) die Isolatoren, woran die Drähte befestigt werden, nicht Unmittelbar an den Tragsäulen anbringen, sondern an je zwei Stäben, welche pendelartig am oberen Ende der Säule festgemacht, an ihren unteren Enden dagegen durch je eine Spiralfeder mit der Säule verbunden werden. Ziehen sich die Drähte zusammen, so streckt sich die Feder und umgekehrt.

Eine neue Reaction auf Eisen.

Kobaltnitratlösung färbt sich bekanntlich beim Versetzen mit starker Salzsäure blau. F. P. Venable beobachtete nun, daſs bei Anwendung von roher Salzsäure statt der blauen eine grüne Färbung erhalten wird, was der geringen Menge Ferrisalz in der Säure zuzuschreiben ist. Diese Reaction ist sehr empfindlich zum Nachweise von Spuren von Eisen, und daher zur Prüfung starker Sauren sehr geeignet. Fügt man nur 0g,00003 eines Ferrisalzes zu der blauen, stark sauren Kobaltnitratlösung, so tritt die grüne Färbung deutlich erkennbar auf. Eisenoxydulsalze geben die Reaction nicht, beeinträchtigen jedoch auch nicht das Auftreten derselben. (Repertorium der Chemikerzeitung, 1887 Bd. 11 S. 202 nach dem Journal of analytical Chemistery, 1887 Bd. 1 S. 312.)

Trennung von Blei und Wismuth.

Ein neues Verfahren zur Trennung von Blei und Wismuth, welches frei von den Mängeln der arideren Methoden sein soll, gibt H. Herzog in dem Journal of analytical Chemistery, 1887 Bd. 1 S. 245 (nach dem Repertorium der Chemikerzeitung, 1887 Bd. 11 S. 203); dasselbe beruht darauf, daſs in einer neutralen Wismuthsalzlösung das Wismuth beim Kochen mit Natriumacetat als basisch essigsaures Salz gefällt wird. Zur Ausführung der Analyse müssen beide Metalle als Nitrate zugegen sein; man gibt alsdann zu der Lösung derselben Natriumkarbonat bis zur Bildung eines geringen, aber deutlichen, bleibenden, flockigen